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Neue Chancen für Frauen in der CSU

Erfolgreiche Frauen gab es in der CSU schon immer. Einzelne brachten es bis in höchste Staatsämter. Barbara Stamm als Landtagspräsidentin gehört zu dieser Gruppe, Michaela Geiger als Bundestagsvizepräsidentin, Ursula Männle als Staatsministerin für Bundesangelegenheiten oder die amtierende bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk. Und doch blieb die CSU lange Zeit eine von Männern dominierte Partei. Das soll jetzt anders werden. 40 Prozent der Posten auf Bezirks- und Landesebene müssen künftig von Frauen besetzt werden. So beschloss es der Parteitag in München mit knapper Mehrheit (wir berichteten).

Der CSU-Kreisvorsitzende Klaus Holetschek spricht von einer «Quote light», die lediglich für die Bezirks- und Landesebene verbindlich ist. Er erhofft sich einen Schub nach vorne. Junge Frauen sollten sich ermuntert fühlen, sich zu engagieren.

Bei der CSU im Unterallgäu setzt die Partei bereits seit Jahren auf ihre Frauen. Eine von ihnen ist Christine Vogginger. Sie gehört zum engeren achtköpfigen Kreisvorstand, dem drei Frauen angehören. Manuela Huber als stellvertretende Kreisvorsitzende zählt dazu und Roswitha Siegert als eine von zwei Kreisschriftführern, die zugleich Fraktionsvorsitzende im Kreistag ist.

Christine Vogginger sagt, Frauen würden sich extrem schwer tun, sich zu engagieren. Zuerst komme die Ausbildung, das Studium, dann Familie und Kinder. «Politisches Engagement ist sehr schwer zu organisieren.» Wenn sich Frauen zur Wahl stellen, werden sie auch gewählt, betont Vogginger. So gesehen verspricht sie sich von einer Quote wenig. Dabei gibt es ein ambitioniertes Mentoring-Programm für Frauen. In der Politik erfahrene Frauen führen junge Nachwuchskräfte gezielt an die Aufgabe heran. Dieses wird nächstes Jahr weitergeführt. Auch einige Frauen aus dem Landkreis machen hier mit, weiß Vogginger.

Demokratie lebt von Teilhabe

Längst geht es aber nicht nur um die Frauen. «Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich mehr Bürgerinnen und Bürger engagieren würden», so die Kirchheimerin. Demokratie lebe von Teilhabe. Frauen stehen die Türen derzeit besonders weit offen, könnte man meinen. Allerdings stellt Vogginger mit Blick auf die Gesamtpartei auch fest, dass ihre Generation der 40- bis 50-Jährigen oft ganz übergangen werde. «Der Stab wird hier oft gleich an die übernächste Generation weiter gegeben.» Die jungen Frauen um die 30 seien sehr selbstbewusst, könnten gut argumentieren und ließen sich auch von «Platzhirschen» in der Partei nicht ins Bockshorn jagen.

Die Frauenquote als Ermunterung an die Frauen findet Kreisgeschäftsführer Jens Gaiser richtig. Auf dem Parteitag wollten sich aber gerade viele der jungen und erfolgreichen Frauen nicht als Quotenfrauen abstempeln lassen. In Schwaben, findet Gaiser, seien die Frauen sehr gut eingebunden. Die Ostallgäuer Landtagsabgeordnete Angelika Schorer zum Beispiel ist stellvertretende Bezirksvorsitzende der CSU. Und auch so mancher Ortsverein wäre ohne den Einsatz der Frauen um vieles ärmer, betont Gaiser.

 

C. Vogginger

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