Marktoberdorf-Kohlhunden
Neue Attraktion fürs alte Römerbad

Noch verbirgt sich die neue Attraktion für das alte Römerbad hinter Baugerüsten und Sicherungsnetzen. Doch schon jetzt ruht der massive Steinbau so selbstverständlich auf der Anhöhe, dass man den Eindruck gewinnen könnte, er wache schon seit Jahrhunderten über die «Villa Rustica». Spätestens im Herbst aber ist die Illusion perfekt: Dann wird nicht nur der Blick auf den neuen Turm freigegeben, sondern vor allem die Sicht von seiner überdachten Aussichtsplattform auf jene Gegend, die in der Mitte des 2. Jahrhunderts vom römischen Gutshof aus bewirtschaftet wurde. Das Besondere am «Römerturm»: Er wurde nicht nur in einem Generationen übergreifenden Projekt hochgezogen und komplett mit Spenden finanziert - er ist auch gar kein Turm.

Zumindest nicht im klassischen Sinn, wie sein Architekt Sepp Traut beim Richtfest verriet: Ein römischer Wachturm, wie sie etwa zu Hunderten entlang des Limes standen, hätte in Kohlhunden schon geografisch keinen Sinn gemacht, meint Traut. «Der Grenzwall der Römer verlief ganz woanders». Traut lehnte sich deshalb beim Entwurf für den Bau an die turmartigen Vorratskammern mancher römischer Gutshöfe an, in denen hauptsächlich Getreide gelagert wurde.

Für die Umsetzung seiner Pläne sorgten in den vergangenen 18 Monaten Dutzende Maurer- und Zimmererlehrlinge der Berufsschule, die den Turm mit Kalksandsteinblöcken hochzogen - und ihre Arbeit, so Traut, «auch wirklich gut gemacht haben». Ein Team erfahrener Pensionisten übernahm schließlich die passende Verkleidung des Turms mit Backsteinen.

Noch mehr Menschen begeistern

Für den Förderverein Römerbad Kohlhunden und seinen umtriebigen Vorsitzenden Geoffrey Cheeseman bedeutet der Turmbau einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum attraktiven Freizeitziel Kohlhunden. Mit dem Aussichtsturm, der während der Römerbad-Führungen zugänglich sein wird, sollen noch mehr Menschen für den geschichtsträchtigen Ort begeistert werden.

«Ohne die Berufsschule und ohne die Unterstützung durch Bürgermeister Werner Himmer und die großzügigen Sponsoren aus der Wirtschaft», meinte Cheeseman, hätte der Verein dieses Ziel aber nie und nimmer erreichen können.

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