Neu: Mit Berufsschul-Abi direkt ins Studium

Marktoberdorf/Münchenl az, hkw l In der 'Berufsschule plus' in Marktoberdorf können Lehrlinge aller Ausbildungsberufe ab kommendem Schuljahr ihr Fachabitur 'bauen'. Das hat Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) entschieden, der nun zehn bayerische Standorte für das Pilotprojekt festlegte. Damit haben Azubis in der Ostallgäuer Kreisstadt künftig die Möglichkeit, in ihren drei Lehrjahren - neben dem jeweiligen Berufsabschluss - auch die Fachhochschulreife zu erwerben.

'Dass die Staatliche Berufsschule Ostallgäu als eine von zwei schwäbischen Schulen dafür ausgewählt wurde, spricht für ihre Qualität - und die der Lehrer, die das Zusatzangebot stemmen', betonte Landrat Johann Fleschhut (Freie Wähler). Das Zusatzangebot sorge für eine deutliche Profilschärfung: 'Jede Spezialisierung garantiert uns, dass Schüler zu uns kommen und nicht weiter wegfahren.' Neben Berufsschulen in den anderen sechs Regierungsbezirken ist in Schwaben neben der Ostallgäuer Kreisstadt nur Lauingen an der Donau (bei Dillingen) an dem Projekt beteiligt.

Einzugsgebiet 'ganzes Allgäu'

Auch für Remigius Kirchmaier, Leiter der Berufsschule Ostallgäu, der sich maßgeblich für eine 'BS+' in Marktoberdorf eingesetzt hatte, und seinen Stellvertreter Anton Traut ist das neue Angebot eine Aufwertung. 'Das Einzugsgebiet wird das ganze Allgäu sein', so Kirchmaier. 'Schon jetzt ging ein hoher Prozentsatz der Jugendlichen nach Realschule und zweieinhalb oder drei Jahren Ausbildung auf die Berufsoberschule', erklärt Traut: 'Für die Vollzeitschule mussten sie dann aber ihre Arbeit aufgeben.'

Die neue 'Berufsschule plus' bedeute nun eine echte Zeitersparnis auf dem Weg zum Fachabitur. Der damit vielleicht verbundene 'Zusatzstress' ist in Trauts Augen daher ein lohnender 'Mehraufwand'. Das zusätzliche Unterricht kollidiere außerdem weder mit der schulischen noch der praktischen Berufsausbildung (siehe Infokasten).

Landrat Fleschhut sieht in der 'BS+' eine tolle Chance für 'Jugendliche, die noch nicht nach der vierten Klasse wissen, dass sie in Richtung Abitur und Studium weitermachen wollen'. Auch Kultusminister Schneider sieht das so: 'Wir eröffnen mit der Berufsschule plus unseren Auszubildenden einen völlig neuen Weg, sich für das Hochschulstudium zu qualifizieren - und das mit einem deutlichen Zeitgewinn.' Das Projekt erhöhe die Durchlässigkeit im bayerischen Bildungswesen.

Das Projekt, das gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt Bayern realisiert wird, ist zunächst auf vier Jahre befristet.

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