Neben der Piste wird’s riskant

Von Ingo Buchelt | Pfronten Ski- und Snowboardfahrer, die sich am Pfrontener Breitenberg außerhalb des Pistenbereichs bewegen, riskieren viel. Die Bergwacht warnt vor Absturzgefahren. 'Sobald man die markierte Piste verlässt, bewegt man sich im alpinen Bereich', warnt Roger Filleböck, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Pfronten. 'Da beginnt nicht nur Lawinengefahr, sondern auch Absturzgefahr. Von oben sind Gräben, Schrofen und Felsabstürze nicht zu erkennen', appelliert er an die Wintersportler, Warnhinweise und Absperrungen der Breitenbergbahn zu beachten.

Reihe von Rettungseinsätzen in den vergangenen Jahren

In den vergangenen Jahren habe es im absturzgefährdeten Gelände am Breitenberg eine Reihe von Rettungseinsätzen gegeben, weil Freerider die Piste verlassen hätten und plötzlich vor Felsabbrüchen gestanden seien, wo sie nicht mehr weiter konnten, berichtet Filleböck.

Als Beispiele nennt er das Kesselmoos und den Kirschtalbach: 'Für das Gelände ist typisch, dass es von oben recht verlockend ausschaut. Wenn man weiterfährt, gerät man leicht in eine ausweglose Situation. Nach unten Felsabbrüche, nach oben steiles Gelände, wo man bis zum Bauch im Schnee stecken bleibt.' Dann hilft meist nur noch der Griff zum Handy. Die Bergwacht musste wiederholt ausrücken, um mit hohem Aufwand Freerider aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Darunter waren Filleböck zufolge nicht nur Fremde, die sich nicht auskannten, sondern auch Einheimische. Mancher habe vielleicht gedacht: 'Irgendwie komme ich schon auf die Talabfahrt.' Und habe sich in eine ausweglose Lage manövriert. Der Bergretter warnt vor Ausflügen ins Ungewisse: 'Vor allem bei Nebel ist es höchst gefährlich, den Pistenbereich zu verlassen, weil man die Geländekonturen nicht sieht und nicht weiß, wohin man fährt.'

Wer außerhalb der Piste fahren wolle, müsse sicher sein, dass das Gelände ungefährlich ist. Ein beliebtes Ziel der Schneesportler am Breitenberg sind auch die so genannten Gräben. Wegen ihrer nordseitigen Exposition und Steilheit sind sie der Lawinengefahr besonders ausgesetzt. Bei 'erheblicher' Lawinengefahr (Gefahrenstufe drei des amtlichen Lawinenlageberichts) kann in einem solchen Gelände schon ein einzelner Skifahrer ein Schneebrett auslösen. 'Bei Lawinenstufe drei habe ich zum Beispiel im Daufert nichts verloren', sagte Bergführer Thomas Hafenmair aus Roßhaupten vor kurzem beim Pfrontener Lawinenseminar.

Appell an die Vernunft und die Eigenverantwortung

Filleböck weist auch darauf hin, dass der so genannte faule Graben vor wenigen Jahren frisch aufgeforstet worden sei: 'Schon aus Naturschutzgründen sollte man das Befahren unterlassen.' Dabei setzt die Bergwacht laut Filleböck nicht auf Verbote, sondern appelliert an die Eigenverantwortung und Vernunft der Schneesportler.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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