Immenstadt
Naturparkhaus kommt aufs ehemalige Seehof-Gelände

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Das neue Naturparkhaus samt Gästeinformation zu Umweltfragen und naturorientierten Tourismusangeboten, einem Laden für regionale Produkte und der Geschäftsstelle des Naturparkvereins wird in einem Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Lokal «Seehof» untergebracht. Das hat der Stadtrat - unter Protest der CSU-Fraktion (einige Mitglieder verließen kurzzeitig die Sitzung) - jetzt mit 17:3 Stimmen entschieden.

Wie mehrfach berichtet, hatten der Bund Naturschutz und die Internationale Alpenschutzkommission (Cipra) ihre Pläne für ein Naturerlebniszentrum bereits vor gut drei Jahren vorgestellt. Während die Stadt Sonthofen das Projekt mit Blick auf den klammen Stadtsäckel ablehnte, gab die Mehrheit der Immenstädter Räte «dem neuen Eingangsportal für den Naturpark Nagelfluhkette» grünes Licht. Allein die Standortfrage war bis zuletzt offen geblieben.

Mit dem neuen Haus soll laut Bauamtsleiterin Julia Jedelhauser die städtebauliche Lücke unterhalb des Kirchenhügels geschlossen werden. Außerdem werde die historische Dorfstruktur von Bühl wiederhergestellt. Ein neuer zentraler Parkplatz soll als Bindeglied zwischen der bestehenden Ufer- und Gastronomiezeile und dem alten Ortskern dienen.

Bürgermeister Armin Schaupp erklärte, dass sich sowohl der vorgesehene Betreiber, der Verein Netzwerk Naturerlebnis Allgäuer Alpen, als auch die Bühler Bürger «eindeutig» für einen Neubau ausgesprochen hätten. Tatsächlich hatten bei der gut besuchten Bürgerinfo am Großen Alpsee alle Teilnehmer einen Neubau und den Abriss der jetzigen Gästeinformation befürwortet. Architekt Hermann Seltmann sagte: «Ich habe nicht zu träumen gewagt, dass sich das jemand traut. Ich freue mich, dass das alte Gästehaus wegkommt.»

«Mit 78 Prozent gefördert»

Wie Bauamtsleiterin Julia Jedelhauser im Stadtrat erklärte, seien die früheren Überlegungen einer Sanierung des bestehenden Alpsee-Hauses nach mehreren Untersuchungen verworfen worden. Es gebe nicht nur Probleme mit der Dachkonstruktion, sondern auch die Raumhöhen im Erd- und Obergeschoss seien zu niedrig. Dazu kämen Feuchtigkeitsschäden und Fenster und Fassaden müssten komplett erneuert werden. Das Fazit der Verwaltung: «Ein Abbruch ist wirtschaftlicher als die Sanierung.» Deshalb soll das Gebäude in der Seestraße 5 nun abgerissen werden. Gleichzeitig wolle man die Situation in Bühl damit «entscheidend aufwerten.» Ausgeschieden bei einer genaueren Standortanalyse sei auch die «Alte Schmiede»: «Wir müssten dort drei Geschosse bauen, um auf eine Fläche von 600 Quadratmeter zu kommen», so Jedelhauser.

Doch das sei städtebaulich nicht vertretbar. Vielmehr könnte dieser Standort in Zukunft für die Gastronomie interessant werden. Das Naturparkhaus kostet rund zwei Millionen Euro und wird laut Schaupp zu 78 Prozent vom Bund gefördert. Die CSU-Fraktion hätte sich nach eigener Aussage gerne «länger beraten» und verwies auf ihre «Sorge um die städtischen Finanzen.»

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