Umwelt
Naturpark Tiroler Lech: Auftakt für weiteres LIFE-Projekt der EU zur Revitalisierung der einmaligen Wildflusslandschaft

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Zum zweiten Mal hat das Tiroler Lechtal mit seinen riesigen Schotterbänken, breiten Auwaldbereichen und beeindruckender Artenvielfalt den Zuschlag der Europäischen Union für ein LIFE-Projekt zur Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Lebensräume bekommen.

Bis 2021 stehen mehr als sechs Millionen Euro von der EU, dem österreichischen Ministerium für Umwelt und Wasserwirtschaft, dem Land Tirol und den Gemeinden für die Flussrevitalisierung im Oberlauf des Lechs zur Verfügung. Auch der Freistaat Bayern ist dabei. In den kommenden fünf Jahren sind Artenschutzmaßnahmen und elf flussbauliche Maßnahmen geplant.

Aus der EU-Finanzierungsschiene LIFE hat das Lechtal in den Jahren 2001 bis 2007 bereits 7,8 Millionen Euro gewonnen und in die großen Flussaufweitungen in Vils und im Bereich Johannesbrücke/Forchach sowie Martinau/Elmen investiert. In den nächsten fünf Jahren stehen noch einmal sechs Millionen Euro zur Verfügung.

Flussbaulich

'Auf einer Länge von zehn Kilometern sind elf flussbauliche Maßnahmen geplant, um dem Lech mehr Raum zu geben. Wir konzentrieren uns dabei auf den Oberlauf zwischen Holzgau und Vorderhornbach', erklärt Wolfgang Klien vom Baubezirksamt Reutte.

Ufersicherungen werden entfernt, Ufer aufgeweitet und Nebengerinne angelegt. Elbigenalp und Bach erhalten einen Hochwasserschutz. Den Auftakt macht die Flussaufweitung in Elmen/Nussau. Dort werden am linken Lechufer bis Ende des Jahres auf 1,3 Kilometern vor Jahrzehnten errichtete Bauwerke zum Teil wieder abgetragen.

Er wird damit das jetzige Augebiet in ein natürliches Flussbett umwandeln. Neue Schotterbänke werden entstehen. Davon profitieren Arten wie die Gefleckte Schnarrschnecke oder die Deutsche Tamariske.

Die voraussichtlich nächste flussbauliche Maßnahme wird in Häselgehr umgesetzt. 'Wenn es darum geht, Förderungen abzuholen und etwas daraus zu machen, ist das Lechtal einsame Spitze', gratulierte stellvertretender Landeshauptmann Josef Geisler beim offiziellen Auftakt.

'Der ländliche Raum ist uns viel wert. Nimmt man alle Fördertöpfe zusammen, fließen im Zeitraum 2001 bis 2025 rund 45 Millionen Euro an Fördergeld. Damit hat sich das Lechtal erfolgreich als Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften, naturnahen Qualitätstourismus und einen sicheren Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen positioniert', sagte Geisler weiter.

Für die stellvertretende Landeshauptfrau Ingrid Felipe ist 'der Lech ein wunderbares Beispiel dafür, dass Naturschutz und nachhaltiger Tourismus Hand in Hand gehen. Ich freue mich, dass wir in Tirol ein so beispielhaftes Naturjuwel haben, das Vorzeigecharakter hat.'

Neben dem LIFE-Projekt profitiert das Lechtal vom zweiten regionalwirtschaftlichen Programm sowie vom Sonderförderungsprogramm Naturpark Tiroler Lech. Stolz auf die Entwicklung ist der Obmann des 2006 gegründeten Vereins Naturpark Tiroler Lech, Bürgermeister Heinrich Ginther.

'Es geht nichts mehr – dieser Meinung war man auch im Außerfern, als der Lech als Natura 2000 Gebiet ausgewiesen wurde. Wir haben das Gegenteil bewiesen. Und mit der Neuauflage des LIFE-Projekts machen wir einen weiteren Schritt nach vorne.'

Für Wasser-Sektionschefin Maria Patek aus dem Bundesumweltministerium ist der Lech ein Vorzeigeprojekt: 'Gerade in einer der letzten natürlichen großen Flusslandschaften in ganz Europa, wollen wir uns besonders engagieren und auch die Bevölkerung aktiv einbinden.'

Martin Grambow vom Bayerischen Umweltministerium betonte, das grenzüberschreitende Life-Projekt 'Dynamic River System Lech' sei ein wichtiger Schritt zurück zur Natürlichkeit.

Bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie werde bereits viele Jahre grenzüberschreitend gut zusammengearbeitet. 'Wir werden jetzt gemeinsam in diesem Projekt die Dynamik des Lechs ein gutes Stück weit reaktivieren. Der Fluss soll sich wieder in Richtung verzweigte Wildflusslandschaft entwickeln.'

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