Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Lindau
«Naturnahes Campen mit Komfort»

Kein Hammer, kein Nagel, kein Computer. Vor fast 15 Jahren hat Heidrun Müller den Campingpark Gitzenweiler Hof übernommen. Damals erhielt der Platz die schlechteste Bewertung vom ADAC. Dieses Jahr hat der Automobilclub das Unternehmen mit dem «ADAC Camping Caravaning Award» ausgezeichnet.

Nachdem sie 1995 den Gitzenweiler Hof erstanden hat, stand Müller schon bald vor der Entscheidung: «Entweder gleich wieder verkaufen oder mehrere Millionen Euro investieren.» Relativ blind habe sie den Campingplatz gekauft, meint die junge Mutter. Sie entschied sich für die Investition und hat den Ein-Mann-Betrieb zu einem Kleinunternehmen mit rund 30 Mitarbeitern ausgebaut.

Während Heidrun Müller 1996 noch selbst hinter der Rezeption stehen, putzen und Rasenmähen musste, hat sie die Aufgaben heute auf verschiedene Abteilungen aufgeteilt: Rezeption, Service- und Animationsteam kümmern sich um die Belange der Gäste, der Betriebshof um Technisches und die Außenanlage. «Wir sind ein super eingespieltes Team», lobt Müller ihre Angestellten. Der größte Umbau, der etwa 30 Millionen Mark teuer war, erfolgte im Winter 1996/97.

Sanitärgebäude, Rezeption, Parkplätze, Einfahrt - der Platz, der auf einem Stand aus den 1970er Jahren war, wurde rundum modernisiert.

Mittlerweile wurde der Campingpark in der Nähe von Lindau mit fünf Sternen bewertet. Insgesamt verfügt der Gitzenweiler Hof über 700 Plätze, verzeichnet etwa 150000 Übernachtungen pro Jahr und macht laut Müller Umsätze in Millionenhöhe. Zwei Drittel der Camper sind Stammgäste, wovon viele zwei- bis dreimal jährlich ihre Zelte aufschlagen.

«Etwa ein Viertel der Übernachtungen in Lindau macht der Gitzenweiler Hof aus», beschreibt Heidrun Müller die wirtschaftliche Bedeutung des Campingplatzes. Von der weltweiten Finanzkrise ist hier nichts zu spüren: «Wir hatten keine Wirtschaftskrise, wenn dann eine Wetterkrise.»

Das Wetter hat einen großen Einfluss auf die Auslastung des Freilufthotels. Müller versucht aber auch in wässrigen Zeiten, wie im Juli dieses Jahres, den Aufenthalt ihrer Gäste mit vielseitigen Programmen angenehm zu gestalten. So haben Kinder unter fünf Jahren sogar die Möglichkeit mit dem Bobby Car einen «Gitz-Führerschein» zu machen.

Das Angebot soll nicht nur vielseitig sein, es steht auch unter umweltfreundlichen Aspekten. «Ökologisch und trotzdem ökonomisch», fasst Meier die Unternehmensphilosophie zusammen. Gemeinsam mit Gästen hat sie ein Natur-Spielplatz und einen Biogarten angelegt. «Wir bieten unseren Gästen naturnahes Campen mit Komfort», erzählt die Geschäftsführerin. Naturnah mit Karpfenteich, Streichelzoo, Waldstück - komfortabel durch platzeigenes Kino, Bäckerei, Friseur.

Sogar eine Dusche eigens für Hunde gibt es auf dem Platz.

Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region sind Müller und ihrem Lebensgefährten Wolfgang Kutter, mit dem sie sich seit 2000 die Geschäftsführung teilt, besonders wichtig. Diese sei für alle Partner von Vorteil. «Nur gemeinsam können wir die Leute in die Region ziehen», ist sich Müller sicher.

Wenn die gelernte Steuerfachgehilfin selbst mit ihrer vierköpfigen Familie in den Urlaub fährt, dann geht es zu Kollegen. «Da steht unser Wohnwagen», sagt sie und zeigt auf ein langes weißes Gefährt.

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