Special Ostern ÜBERSICHT

Kaufbeuren / Gutenberg
Natürlicher Farbenreichtum mit Überraschungseffekt

Von den vielen traditionellen Bräuchen zu Ostern ist das Eierfärben sicherlich der bunteste. Farbenfrohe Ostereier gehören zum christlichen Hochfest einfach dazu. Sie dienen als österliche Zierde in Kirche und Heim, werden versteckt und von Kindern gesucht und essen kann man die bunten Eier natürlich auch.

«Dieser Brauch hat einen religiösen wie kulturellen Hintergrund», erklärt Rosi Deseive, ehemalige Fachlehrerin an der Kaufbeurer Berufsfachschule für Hauswirtschaft. Das Ei mit seiner zerbrechlichen Schale, aus dem Leben entspringt, gelte als Symbol für Tod und Auferstehung Jesu. Ursprünglich habe man die Ostereier rot gefärbt, der Farbe des Blutes, das mit der Kreuzigung des Gottessohnes vergossen wurde. Im Laufe der Zeit seien weitere Farbtöne hinzugekommen. «Ostern ist ein Frühlingsfest, zu dem diese frischen, hellen Farben, die wir von den Ostereiern kennen, sehr gut passen», sagt Deseive.

Wer die Eier selbst färben und nicht fertig kaufen will, der hat die Wahl zwischen knalligen künstlichen Farbstoffen und zarten Naturtönen, die man mit pflanzlichen Materialen erhält. «Das ist Geschmackssache. Ich bin grundsätzlich für das Natürliche und Althergebrachte», erzählt Ursula Nolte, die seit 38 Jahren Ostereier mit natürlichen Produkten färbt. Diese Orientierung hin zum alten Brauchtum sei seit einiger Zeit wieder «in Mode», meint die Hausfrau aus Gutenberg, die auch bereits mehrere Kurse zum Thema Eierfärben mit ursprünglichen Stoffen und Techniken geleitet hat.

Zahlreiche Pflanzen, Kräuter, Tees oder Gemüsesorten aus Küche und Garten eigneten sich dafür und erzeugten schöne Farbtöne. Vor allem die «Klassiker» unter den biologischen Eierfärbemitteln sind altbewährt. Hier eine Auswahl:

Zwiebelschalen: «Sie sind am unverfänglichsten und ergeben mit wenig Aufwand schöne Eier», sagt Rosi Deseive. Die Farbnuancen reichen von dunklem Ocker bis hellbraun - je nachdem, wie viele Schalen man im Sud verkocht. «Braune Eier nehmen die Farbe besser auf als weiße», ergänzt Nolte.

Blaukraut: Ganz klein geschnitten muss es rund eine Viertelstunde im Wasser kochen, ehe die Eier dazugegeben werden, um ein Farbspektrum von Dunkelrot bis Lila zu erhalten.

Kurkuma: Mit etwas Safran gemischt ergibt das exotische Gewürz auf den Eiern einen satten Gelbton. Dazu reichen drei gehäufte Teelöffel auf einen halben Liter Wasser.

Mate-Tee: Wenn man die Teeblätter einkocht, kommen auf den Eiern diverse Grüntöne bis hin zu oliv zustande.

In Apotheken oder Drogerien kann man außerdem Rot- und Blauholz kaufen, was schöne Naturtöne in rot, blau und violett herstellt. Eier, die mit den Hölzern gefärbt werden, sind aber laut Deseive aufgrund deren gesundheitsschädigenden Wirkung nicht zum Verzehr geeignet. Die hartgekochten Eier sind ansonsten, sofern sie frisch sind und nach dem Kochen nicht abgeschreckt werden, rund drei Wochen lang essbar. Auch ausgeblasene Eier, die aufgehängt werden, eignen sich zum Färben. «Je nach Menge der verwendeten Materialien im Sud ist es immer wieder eine Überraschung, was am Ende an Farben herauskommt.

Da gleicht kaum ein Ei dem anderen», meint Ursula Nolte. Das sei ihr aber allemal lieber als chemische Farbstoffe zu verwenden: «Wenn man die Ostereier verschenkt, ist es schön zu sehen, wie sich die Leute über die tollen Naturfarben freuen.»

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