Umzug
Narren an die Macht

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ganz im Gegenteil: Je schriller und auffallender, desto besser. Die Schwäbisch-alemannische Fasnet lebt seit Jahr und Tag von der Vielfalt und Ausdruckskraft ihrer Masken, die dort vor allem Schemmen und Larven heißen. Hästräger mit hinter Masken versteckten Gesichtern bekommen die Zuschauer am Sonntag, 13. Februar, in der Sonthofener Innenstadt in Hülle und Fülle zu sehen.

Über 5600 Teilnehmer haben im Vorfeld des «Narrensprungs 2011» ihr Kommen im südlichen Oberallgäu zugesagt. Ein Ereignis mit Seltenheitscharakter. Die Verantwortlichen in Sonthofen sprechen von einer großen Ehre sowie von aufregenden Vorbereitungen für dieses Großereignis, und Organisationschef Rolf Döbbelin schwärmt: «Wir wurden von den Anmeldungen fast überrollt.»

Nicht nur aus Deutschland erwarten die Hausherren ihre Gäste, sondern auch aus jener Gegend, wo mitunter die Wiege der schwäbisch-alemannischen Fasnet liegt: aus der Schweiz und aus Lichtenstein sowie aus Österreich. Es wird demnach international, wenn die zahlreichen Fasnetzünfte ihre Abordnung ins Allgäu schicken.

«Narri, Narro»: Dieser für die schwäbisch-alemannische Fasnet so typische Ruf wird ebenso in den Straßen der Sonthofener Innenstadt erklingen wie ein «Hü Hott» oder ein «Jockele hoi». Die Narren sind los: Das heißt in dieser Zeit ebenfalls, dass die Politiker, die sonst das Sagen in einer Stadt haben oder in einem Landkreis, eine kurze Verschnaufpause einlegen dürfen und das Zepter vorübergehend abgeben müssen. Für den Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser allerdings kein Problem: «Wir werden sicherlich ein großes, farbenfrohes und vielseitiges Fest erleben.»

Man darf gespannt sein, wer am Samstag ab 19.15 Uhr im Narrendorf vors Narrengericht kommt. Gut möglich, dass der eine oder andere Kommunalpolitiker sein Fett abbekommt, wie das ursprünglich gang und gäbe war bei einer närrischen Gerichtsverhandlung.

Eines freilich ist schon im Vorfeld dieses närrischen Wochenendes im Oberallgäu sicher: In Sonthofen wird vor allem am Sonntag der Ausnahmezustand ausgerufen, denn zum Umzug werden bis zu 25000 Zuschauer erwartet. Mehr Menschen, als die Stadt Einwohner hat.

Weitere Informationen und genauer Programmablauf unter

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