Marktoberdorf
Namen lernen, singen und die allererste Hausaufgabe

Raschelnde, bunte Schultüten, eine musikalische Begrüßung durch die Chorklässler der zweiten Jahrgangsstufe und eine dank des Begleitschutzes von Mamas und Papas, Omas und Opas sowie älteren Geschwistern brechend volle Aula: So begann gestern für 65 Erstklässler an der Marktoberdorfer Grundschule St. Martin punkt 8 Uhr ihr allererster Schultag. Ostallgäuweit schnupperten insgesamt 1241 Mädchen und Buben erstmalig Schulluft. In der Stadt Kaufbeuren waren es 340 Erstklässler.

Der «Spaß des Lebens» hat begonnen

Für die Abc-Schützen, die Hauptpersonen des Tages, fange jetzt keinesfalls der Ernst, sondern vielmehr der «Spaß des Lebens» an, sagte Jörg Schneider, Rektor der Grundschule St. Martin, in einer kleinen Ansprache. Diesen wiederum stand vor allem die Aufregung ins Gesicht geschrieben. Schon allein wegen des frühen Aufstehens war gestern für die sechsjährigen Kinder vieles anders. Als erste, symbolische Orientierung im ungewohnten Schuldschungel gab ihnen Rektor Schneider deshalb einige Fundsachen mit auf den noch fremden Schulweg: darunter eine Trompete, «um sich Gehör zu verschaffen» und ein Seil, «um sich gegenseitig zu helfen».

Apropos Schulweg: Marktoberdorfs oberster Ordnungshüter, Polizeichef Alfred Immerz, wies die Kinder eindrücklich auf ihre gelben Warnwesten hin, die sie künftig auf dem Schulweg tragen sollen, damit sie im Dunkeln oder bei Regen von anderen Verkehrsteilnehmern nicht übersehen werden.

In puncto sicherer Schulweg stellten die frisch gebackenen Erstklässler einiges Vorwissen unter Beweis. «Immer mindestens zu zweit gehen», sagte Sophie. «Auf die Straße schauen», betonte Johanna. Nicht nur auf Lastwagen- oder Autofahrer, sondern auch auf «Fendt-Bulldogfahrer», so ein Junge, sei im Marktoberdorfer Straßenverkehr zu achten.

In den drei Klassenzimmern durften die Erwachsenen anschließend noch kurz die Schulbank mit ihren Sprösslingen drücken - beziehungsweise diese an ihre jeweiligen Plätze bringen, bevor die Lehrkräfte gegen neun Uhr mit ihrem Unterricht begannen. Stefanie Nürnberger etwa, Lehrerin der Klasse 1c, hatte für ihre 21 Schützlinge Papierschilder mit Stiften, Noten oder Zahlen vorbereitet, die sie an die Tafel pinnte, nachdem sie die Kinder dazu befragt hatte. Flugs studierte sie dazu dann mit den Kindern ein Liedchen ein: «In der Schule schreiben, singen, rechnen wir - zwei, drei, vier.»

Ein entrüstetes vielstimmiges «Nein» erntete Lehrerin Nürnberger, als sie die Schüler fragte, ob sie ihre Schultüten heute noch wegwürfen oder verschenkten. Anschließend teilte sie ihnen als Teil der allerersten Hausaufgabe ein Blatt Papier mit einer leeren Schultüte aus. «Aber ihr dürft die nicht nur ausmalen», betonte Nürnberger. «Ich mal meine eigene Schultüte nach», entgegnete Erstklässler Maximilian Martin. Womit er den Nagel auf den Kopf traf: Schon heute sollen die individuellen Schultüten-Bilder die Klassenzimmerwand schmücken.

Zum Abschluss ein ökumenischer Gottesdienst

Mit einem Namensspiel im Sitzkreis, dem Einräumen von Heften und Mappen in die Fächer unter den Schulbänken und einem Liedvortrag für die Eltern, die kamen, um ihre Sprösslinge zum ökumenischen Gottesdienst abzuholen, endete gegen 10 Uhr der Unterricht für die Abc-Schützen.

Denen hatte ihr erster Schultag offensichtlich gefallen: Maximilian fand das Singen «am besten», Jasmin freute sich sogar über ihre erste Hausaufgabe - das Abmalen der Schultüte

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