Kempten
Nachdenkliche und humorvolle Geschichten

Über einen vollen Vortragssaal mit etwa 100 Besuchern konnte sich das Alpin-Museum in Kempten freuen: Fünf Frauen der «Kemptener Schreibwerkstatt» gestalteten einen literarischen Abend. Sie hatten die aktuelle Fotoausstellung «Berg-Leben» von Erika Groth-Schmachtenberger zum Anlass genommen, um Texte zu ausgewählten Bildern zu verfassen. Beim Vortrag projizierten sie die Bilder auf eine Leinwand. Die 19 vorgetragenen Texte gaben Anlass zu Heiterkeit und Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken.

Knorrigkeit der Bergler

In den Texten klang die Schönheit der Berglandschaft, die liebenswerte Knorrigkeit mancher Bergler, aber auch die Härte des Berglebens durch. Nach einem hübschen einleitenden Gedicht von Erika Lindner folgte Johanna Spreitler mit der Impression «Am Bach». Ein sensibel-empfindsamer, fiktionaler Text mit Naturschilderungen und Gedanken aus der Sicht einer Erzählerin. Auch andere Beiträge regten zu melancholischer Nachdenklichkeit an.

Gelungene Spannungsbögen

Heiter, mit gelungenen Spannungsbögen erzählte Ursula Kouba ihre kleinen, auf eine Pointe hinsteuernden und mit geschickt gesetzten retardierenden Passagen versehenen Erzählungen. Besonders amüsant die Geschichte mit Happyend vom Lämmchen «Flöckli», dem Lieblingstier eines kleinen Mädchens.

Bernadette Mayr schildert den beschwerlichen Ablauf eines Waschtages. Mit weiteren Texten wie etwa «Skifahren» oder «Zuckerrüben», in dem von misslungenen Plätzchen aus Rübensaft erzählt wird, zeigte sie ihr Talent zu realistischen Schilderungen der bäuerlichen Alltagswelt.

Gelungene Ergänzung

Erika Lindner erfreute mit dem Mundart-Text «Zuagreist», der humorig-nachdenklich die Gedanken eines Einheimischen zum Thema «Heimat und Fremde» wiedergibt.

Die Lesung war eine gelungene Ergänzung zur Ausstellung.

Beendet wurde der Abend mit einem reizvollen Text von Antonia Baumann in oberbayerischem Dialekt zum Bild eines Bergsteigers, gefolgt von einem «Rausschmeißer» im Dreiviertel-Takt der Musiker, Solvejg Fiederling (Querflöte) und Dieter Stattenberger (Gitarre), die ihre «Nebenrolle» in bemerkenswerter Weise ausfüllten.

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