Buchloe
Nach jedem Männchen ein Leckerli für Bommel

Kurz räuspert sich Alina, dann liest sie laut vor: «Schau einem Hund nicht starr in die Augen.» Wie die rund 20 anderen Kinder zwischen sechs und 15 Jahren hält auch die Zwölfjährige eine Broschüre mit buntem Einband in ihren Händen. Auf 31 Seiten lernen die Kursteilnehmer der Buchloer Ferienfreizeit hier «12 goldene Regeln im Umgang mit Hunden.» Abwechselnd lesen sie die Lektionen vor und erfahren dabei, dass man nie zwei raufende Hunde trennen oder einen Vierbeiner beim Fressen stören soll. Auf die nützlichen Tipps folgen jeweils ausführliche Erklärungen von Kursleiterin Kathrin Bühringer von der Buchloer Ortsgruppe des Schäferhundevereins. Als «Anschauungsobjekt» hat die 23-Jährige den Mischling Bommel mitgebracht. Der hat vorerst jedoch noch Pause. «Hunde sind die treuesten und besten Freunde des Menschen, wenn sie richtig behandelt werden», betont Bühringer. Um das zu gewährleisten, gilt es jedoch, die Sprache des anderen zu verstehen. «Hunde sind Lebewesen mit Instinkten und Trieben, mit angeborenen und angelernten Verhaltensweisen. Ihre Ausdrucksweise sind vielfältige Körpersprachen und Mimik.» Und diese sollen die Kinder an diesem Nachmittag in Theorie und Praxis besser kennenlernen.

Keineswegs Alltagswissen

Im Falle von Alinas Lektion gehört die Erklärung nämlich keinesfalls zum Alltagswissen eines Kindes. «Wenn du einen Hund anstarrst, ist dies für ihn eine Aufforderung zum Kampf. Schau ihm daher also nie direkt in die Augen», erklärt Bühringer den Kindern. Und die scheinen von dem neuen Wissen über die haarigen Vierbeiner regelrecht gebannt und berichten ihre Erlebnisse. «Bei uns in der Straße wohnt ein Hund, der knurrt und bellt die ganze Zeit, wenn ich am Zaun vorbei gehe. Er ist sehr ungezogen», erzählt Tanja. Die zehnjährige Marie hat ähnliche Erfahrungen gemacht und lässt die anderen stolz daran teilhaben: «Mein Nachbar sagt in solchen Fällen immer, ich soll seinem Hund zeigen, wer der Chef ist.» Und das habe sie dann auch gemacht.

Nun wird es ernst für die Kinder. Zusammen mit Bommel geht es auf das Freigelände des Schäferhunde-Vereins. Bei sommerlichen Temperaturen wird er dort von den Kindern durch den Agility-Parcours dirigiert. Folgsam springt der schwarze Mischling über Hürden, schlängelt sich durch Slalomstangen und balanciert über eine Wippe - alles unter den lauten und begeisterten Anfeuerungsrufen der Kinder. Doch nach drei Runden ist für Bommel Schluss.

Das Programm wird im Schatten fortgesetzt. Hier zeigt Bommel, was er alles drauf hat: Auf Kommando macht er Männchen, gibt Pfote oder stellt sich tot. Berührungsängste haben die Kinder dabei keine. Als Belohnung gibt es jeweils ein Leckerli - von der Hand in den Mund. «Das ist ganz wichtig, wenn ihr wollt, dass euer Hund etwas lernt», meint Bühringer.

Viele neue Erfahrungen

Nach zwei Stunden ist auch der Praxis-Teil vorbei. Bei einem Quiz dürfen die Kinder nun beweisen, was sie alles gelernt haben. Und das ist allerhand, wie Alina verrät: «Ich weiß jetzt, was ich machen darf oder nicht.»

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