Nach historischem Vorbild gestalten

Waltenhofen/Niedersonthofen | sir | Dass die alte Friedhofsmauer um die Kirche St. Alexander in Niedersonthofen abgerissen und durch einen Betonbau ersetzt wurde (wir berichteten), kann Dr. Hildegard Sahler vom Landesamt für Denkmalpflege nicht nachvollziehen. Die fürs Allgäu zuständige Gebietsreferentin beklagt 'einen großen Verlust an Denkmalsubstanz'.

Dr. Sahler verschaffte sich vor Ort mit Vertretern des Landratsamtes, der Gemeinde und der Kirche einen Eindruck von der Neugestaltung der Kirchenmauer, die zu lautstarken Protesten vor Ort geführt hatte. Sie sagt: 'Ich war sehr überrascht, dass wir nicht in diese Baumaßnahme einbezogen wurden.' Bislang sei die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Waltenhofen, insbesondere mit Bauamtsleiter Martin Gregg, 'hervorragend' gewesen. So sei die Sanierung der Ruine Langenegg 'mustergültig' abgelaufen.

Der Abriss der Mauer ist für Dr. Sahler daher 'unbegreiflich', die Beweggründe sind ihr 'nicht klar'. Martin Gregg hatte dem Waltenhofener Gemeinderat vor etlichen Monaten empfohlen, die seiner Meinung nach baufällige Mauer durch einen Neubau zu ersetzen. Der Gemeinderat willigte ein. Als vor einigen Wochen die alte, teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammende Mauer abgerissen wurde und durch eine, von der Straße aus gesehen, fast zwei Meter hohe Betonverschalung ersetzt worden war, hagelte es auch beim Landesamt für Denkmalpflege Proteste. Das Amt und auch das Landratsamt wurden aktiv. Dr. Sahler unterbreitete den Verantwortlichen in Waltenhofen nun ein Konzept zur Sanierung im Sinne des Denkmalschutzes. Das sieht so aus:

lDie Betonmauer wird um zirka 60 Zentimeter gekürzt auf das Niveau der alten Mauer.

l Mit Steinen aus dem abgebrochenen Bauwerk soll die Mauer verblendet werden, um das alte Erscheinungsbild wieder herzustellen.

l Geschätzte Kosten: 40 000 Euro.

'Wäre das Landesamt für Denkmalschutz vorher eingeschaltet worden, wäre die Sanierung günstiger gekommen', sagt Dr. Sahler, die fest davon ausgeht, dass das Konzept des Landesamts auch umgesetzt wird. Nun ist die Gemeinde Waltenhofen am Zug.

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