Trinkwasserversorgung
Nach Entdeckung von Chemikalien: Behörden planen weitere Mess-Stellen am Allgäu Airport

Mit einer groß angelegten Untersuchung wird nun das Altlasten-Problem am Allgäu Airport unter die Lupe genommen: 'Es wird weitere Mess-Stellen geben, um zu klären, ob für die Wasserversorgung der Gemeinde Ungerhausen eine Gefährdung besteht', sagt Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Kempten.

Am Airport befinden sich Stoffe im Grundwasser, die vermutlich krebserregend sind. Es handelt sich dabei um Altlasten der Militär-Ära. Die Stoffe sind per- und polyfluorierte Tenside (PFT), die früher im Löschschaum von Feuerwehren enthalten waren. Auf dem Airport-Gelände gebe es Mess-Stellen, an denen die sogenannten Leitwerte überschritten wurden, sagt Schindele. 'Für PFT gibt es derzeit noch keine gesetzlichen Grenzwerte.'

Das Grundwasser am Airport fließt in Richtung der Wasserversorgung von Ungerhausen. 'PFT bauen sich in Boden und Grundwasser nur langsam ab', erläutert Schindele. Um mehr über ein mögliches Gefährdungspotenzial zu erfahren, ist laut Schindele eine Detailuntersuchung geplant. Ziel: Die Grundwasser-Fließrichtung besser ermitteln und feststellen, 'wo der Ursprung der Belastung liegt und ob eine Sanierung nötig ist'.

Falls es zu einer Beseitigung von Altlasten kommt, sieht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Airport in der Pflicht. Die Bima hatte das frühere Bundeswehr-Gelände an die Flughafen-Betreiberfirma veräußert. 'Beim Kaufpreis wurden solche Risiken mitberücksichtigt', sagt Max Neppl von der Bima in Kempten. Er macht allerdings eine Einschränkung: Falls der Ursprung der Belastung auf einem Areal liege, das die Bundesanstalt an die Gemeinde Benningen verkauft habe, ergebe sich eine neue Konstellation. Aufgrund der hier getroffenen Vereinbarungen könnte die Bima selbst in der Pflicht stehen.

Zunächst einmal werden sich Bima und Airport abstimmen, wer die Grundwasser-Untersuchung in Auftrag gibt, sagt Abteilungsleiter Christian Baumann vom Unterallgäuer Landratsamt. Ein Ingenieurbüro wird die Arbeiten ausführen, die Kosten dafür sind noch offen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Baumann bis April, dann soll auch ein Konzept für weitere Untersuchungen vorliegen. Das Landratsamt eruiert, wo auf dem Gelände der Löschschaum verwendet wurde.

Ungerhausens Bürgermeister Hans Dauner fordert derweil eine schriftliche Vereinbarung, die festlegt, wer bei einer Verunreinigung des Trinkwassers die Kosten übernehmen würde. 'Wer hilft mir konkret weiter?', fragt der Rathauschef. Die Antwort von Baumann: 'Der Verantwortliche - der müsste aber erst noch ermittelt werden.'

Kooperation mit München?

In den Hintergrund gerückt ist derzeit die noch immer offene Frage einer Kooperation zwischen Allgäu-Airport und Flughafen München. Noch im Lauf des Januars falle hier eine Entscheidung, glauben Allgäuer Politiker. Ein Einstieg der Münchener in Memmingen gilt dabei als unwahrscheinlich. Realistischer sei eine Zusammenarbeit bei Hintergrund-Logistik oder Einkauf.

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