Allgäu
Nach der Schule fließt der Schweiß

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Immenstadt. Ohne Disziplin geht es nicht. «Klar hat man nicht immer Lust zum Training und muss sich zum Beispiel bei schlechtem Wetter auch mal aufraffen», sagt Johannes Schmieger. Doch wenn das Sofa nach Schule und Hausaufgaben mal zu verlockend erscheint, hat der 17-Jährige einen ganz einfachen Trick. «Einfach an den nächsten Wettkampf denken. Wenn man dort etwas erreichen will, muss man sich ab und an halt einfach zum Training überwinden.»

Oft steckt der Immenstädter jedoch nicht im Motivationstief. «Sport ist für mich ein super Ausgleich für die Schule», sagte Johannes, der von Kindesbeinen an Mountainbike und Tourenski fährt. «Wenn ich den ganzen Tag gesessen habe, muss ich mich einfach bewegen.

» Und so wundert es nicht, dass nach der Schule, die natürlich nicht leiden darf, gleich der Sport kommt.

Mit drei Jahren hat er zum ersten Mal auf Skiern gestanden, ernsthaft mit dem Tourenski fahren begonnen hat er mit acht. Dann kam auch das Mountainbiken hinzu. «Mein Vater hat mich damals regelmäßig mitgenommen», erinnert sich Johannes. Mit elf dann die ersten Rennen. «Es ist einfach toll, sich in der Natur zu bewegen, die Anstrengung, die Gipfelerlebnisse, und dann die Belohnung bei der Abfahrt», schwärmt er.

Rund 15 Stunden in der Woche trainiert der 17-Jährige, im Sommer, bis etwa Ende September das Mountainbiken, ab dann folgt die Tourenskivorbereitung. «Die beiden Sportarten ergänzen sich prima», sagt er. Bei beiden sei Ausdauer mitunter das Wichtigste.

Bei allem Leistungswillen darf der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen. «Wenn es keinen Spaß machen würde, könnte man in diesem Pensum gar nicht trainieren», ist Johannes überzeugt. Eltern und Bekannte sehen das genauso, Freunden fehlt allerdings oftmals das Verständnis. «Die können es nicht nachvollziehen, dass ich nicht mit zur Party komme, wenn am nächsten Morgen um sechs Uhr ein Rennen ansteht.» Klar, dass Johannes dies manchmal auch selbst vermisst. «Die ganze Freizeit, das ganze Leben ist auf den Sport ausgerichtet. Selbst wenn ich im Urlaub bin, gucke ich zuallererst immer, wo kann ich gut trainieren», räumt der 17-Jährige ein. Mit der Schule gab es hingegen bislang keine Probleme. «Das liegt vor allem auch daran, dass ich in keinem Kader bin und mir die Rennen deshalb so einteilen kann, wie ich Zeit habe.»

Etwa zehn davon im Sommer auf dem Bike und zehn im Winter auf Skiern nimmt Johannes sich pro Jahr vor. Während sich die Radsportwettkämpfe meist im näheren Alpenraum abspielen, kommt es nicht selten vor, dass er für den Tourenbereich bis zu 400 Kilometer zurücklegen muss, um an den Start zu gehen. «Da muss man schon zwei Tage für den Wettkampf einplanen, aber das nimmt man gern in Kauf», sagt Johannes. «Dafür sind das große Veranstaltungen vor toller alpiner Kulisse. Ein echtes Erlebnis.» Sein Vater begleitet ihn meist zu den Rennen und fährt diese auch meistens gleich selbst mit. Schneller im Ziel ist aber meist Johannes: «Aber da macht mein Vater sich nichts draus», lacht er. Vom Vater hat er sich auch abgeschaut, wie er trainieren muss. «Das habe ich von klein auf mitbekommen», erzählt er.

Im Sommer über die Alpen Auch, wenn er ohne Trainer meist auf eigene Faust trainiert, mache er vieles im Großen und Ganzen so, wie er es beim Vater gesehen hat, berichtet der 17-Jährige.

Belohnt wurde er für den Trainingsfleiß schon ein ums andere Mal. «Toll war die Alpenüberquerung in diesem Sommer mit einem Kumpel», schwärmt er. «Das waren schon einige Tausend Höhenmeter.» Für die nächsten Jahre hat er sich vor allem vorgenommen, «meine Leistung im Tourenski so zu steigern, dass ich eine Chance hab, in die Nationalmannschaft aufgenommen zu werden».

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