Kempten
Nach den Trockenwüsten zieht es ihn nun ins ewige Eis

Am Schluss gab es in der Kemptener Big Box Riesenbeifall für den Wüstenfotografen Michael Martin. Drei Stunden lang hatte der 1,88 Meter große Mann mit dem wallenden, dunklen Haar wortgewandt durch seinen Multivisions-Vortrag geführt. Dabei ging es um «30 Jahre Abenteuer», wobei der Diplom-Geograf über seine Touren durch die Trockenwüsten dieser Erde berichtete. Eingangs hatte Christof Feneberg, Geschäftsführer des großen Veranstaltungshauses, auf ein Novum verwiesen, das Martin mit genau 1111 Besuchern in der Big Box erreicht habe: Sein mit Abstand größtes Publikum während seiner mittlerweile 1400 Vorträge.

Entsprechend fesselnd ging der Weltenbummler auf seine Kindheit, seine Eltern und die Schule ein - und natürlich auf die Erfüllung seines ersten Traumes. Das war im September 1981, als er noch als Schüler mit dem Mofa bis an den Nordrand der Sahara fuhr und auf die Sanddünen der größten Wüste der Welt schaute, die mit einer Ausdehnung von rund neun Millionen Quadratkilometern der Größe der USA nahe kommt.

Beeindruckend dokumentierten 1500 Lichtbilder die Vielfalt der Trockenwüsten. Ob nun die bizarre Mondlandschaft der Danakilwüste im nordöstlichen Äthiopien, die bis zu 100 Meter hoch aus dem Sand aufragenden, Basaltmonolithen im Tschad, die roten Lavaberge von Südalgerien, die trockenriss-geprägte Tonboden-Wüste des Iran, die riesige Salzwüste Salar de Uyuni in Bolivien oder auch

die markant ausgebildeten Sichel- und Wanderdünen im sandigen Death Valley zwischen Kalifornien und Nevada: Die teilweise mit Musik unterlegten Dias auf der sechs mal zehn Meter großen Leinwand ließen den Besuchern den Atem stocken.

Moskitos und Skorpionstiche

Allerdings, es bedurfte schon stets der Mithilfe von Ortskundigen, die Martin und seine Begleitung zwischen afrikanischen Bürgerkriegstruppen und Mienenfeldern heil ans Ziel brachten. Da waren Moskitos, Skorpionstiche und ständige Reparaturen am Auto oder Motorrad noch kleine Plagen.

Sorgen macht sich Michael Martin über die Situation der gastfreundlichen Nomaden. Toyotas würden ihre Kamele ersetzen, und aus Mangel an Alternativen verbrauche man das Wenige an Holz und Weide, was die Wüste noch weiter ausdehne.

Im vergangenen August startete der Weltenbummler übrigens mit seinem neuen Projekt: Nämlich die Eiswüsten der Erde. Einen Vorgeschmack holte er sich bereits bei seiner Motorradtour durchs isländische Hochland.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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