Feuer
Nach Anschlag in Kaufbeuren: Flüchtlinge haben Angst

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Es ist der Tag nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein noch leer stehendes Asylbewerberheim im Stadtteil Neugablonz. Und es ist der Tag, an dem deutlich wird, wie sehr die Aufnahme von derzeit 646 Flüchtlingen viele der 44.000 Einwohner Kaufbeurens beschäftigt.

- auch wenn sie den Anschlag verurteilen. Sie haben Angst um ihre Frauen und Kinder.

Angst haben auch die Asylbewerber, die nur wenige Straßen weiter in Unterkünften leben. 'Sie merken, dass die Stimmung in Deutschland kippt und fürchten, dass die Hemmschwelle immer niedriger wird', berichtet eine Sprecherin des Asylkreises. Das örtliche Bündnis für Flüchtlinge will auf den mutmaßlichen Anschlag mit einer Demonstration reagieren. Für Freitagabend ruft die Organisation zu einer Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit auf und hofft auf viele Teilnehmer.

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'Wir sind total entsetzt und betroffen', sagte der Sprecher des Asylkreises Kaufbeuren, Günter Kamleiter, gestern gegenüber unserer Zeitung. Bisher sei die Stimmung in Kaufbeuren 'ruhig und gut' gewesen. Der Asylkreis freue sich über die ständig neue Bereitschaft von Menschen, bei ihm mitzuarbeiten. Nun werde deutlich, die bisherige Ruhe sei keine echte Ruhe gewesen, sondern es gäre auch in Kaufbeuren unterschwellig. Kamleiter bedauert, dass sich gerade fremdenfeindliche Menschen lieber anonym im Internet äußerten, statt sich offen einer Diskussion zu stellen.

Die Stadt Kaufbeuren hofft derweil, dass der Brandstifter gefunden wird. Sie will laut Oberbürgermeister Stefan Bosse daran festhalten, in dem Gebäude Flüchtlingsfamilien unterzubringen. Zunächst müsse der auf mehrere hunderttausend Euro geschätzte Schaden mit der Versicherung begutachtet werden. Dann sollen die Renovierungsarbeiten von Neuem beginnen.

Bosse rechnet damit, dass Kaufbeuren heuer 600 weitere Asylbewerber aufnehmen muss. Er baut auf die gute Integrationsarbeit seiner Verwaltung und der vielen freiwilligen Helfer im Asylkreis. Die Verwaltung prüfe derzeit zudem, ob in den bereits bezogenen Flüchtlingsunterkünften zusätzliche Sicherheitseinrichtungen wie Videoüberwachung oder Bewegungsmelder Sinn machen. Die Kriminalpolizei hat eine 15-köpfige Ermittlungsgruppe zur Aufklärung des Brandes eingesetzt.

Ein Sachverständiger des Landeskriminalamts erstellt ein Gutachten. Erst wenn dieses vorliegt, kann die Brandursache eindeutig benannt werden. Gestern sicherten die Beamten erneut Spuren in dem abgesperrten Gebäude und machten Luftaufnahmen davon.

Außerdem begannen die Befragungen von Anwohnern. Die Kripo hofft zudem nach wie vor auf Zeugen, die vor, während oder nach dem Brand eventuelle Verdächtige beobachtet haben oder sonstige Hinweise zu dem Fall geben können. Erreichbar ist die Polizei unter 08341/933-0.

Autor:

Renate Meier aus Kempten

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