Füssen
Nach 42 Jahren steht «seine» A7

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Er hat lange warten müssen, fast 42 Jahre. Doch jetzt erlebt Alfred Köpf die Fertigstellung «seiner» Autobahn. Denn die Idee für die A7, die in wenigen Tagen für den Verkehr freigegeben wird, hatte der heute 81-Jährige. Die Devise des «Ideen-Mächlers», der als Kommunalpolitiker viele Projekte in Füssen angestoßen hat: «Ideen haben viele. Nur durchbringen muss man sie, ohne Idealismus geht da nichts.»

Mit seinem Antrag vom 18. Oktober 1967 richtete der Schreinermeister aus Füssen die Verkehrsplanung der Bundesrepublik Deutschland neu aus: Im Stadtrat machte er sich stark für die Idee eines neuen Grenzübergangs zwischen Lindau und Kiefersfelden mit Anschluss an das internationale Verkehrsnetz - plus Umgehungsstraße. Das war die Geburtsstunde der A7 und des Grenztunnels bei Füssen.

Nach einer Nacht im Auto

Denn Köpf beließ es nicht bei dieser Vision. Nachdem der Stadtrat seine Idee begrüßt hatte, spulte er in den Folgejahren auf eigene Kosten Tausende von Kilometern ab, sprach in Ministerien in Bonn und München vor und stellte sein Konzept in Österreich vor. Genau kann er sich noch an seine erste Fahrt zum Bundesverkehrsministerium in Bonn erinnern. Der damalige Allgäuer Abgeordnete Georg Krug hatte ihn am frühen Abend angerufen, dass ein Termin im Ministerium möglich sei.

Köpf setzte sich umgehend ins Auto und fuhr los. Nachts kam er in Bonn an und merkte: «Ich hatte nur zehn Mark im Hosensack dabei und konnte mir kein Zimmer leisten.» Nach einer Nacht im Auto präsentierte er seine Idee am nächsten Morgen im Ministerium und überzeugte sofort die Planer. «Ich hab offene Türen eingerannt», erinnert er sich. «Ich bin nirgendwo belächelt worden - außer in Füssen.» Nach diesem Termin in Bonn war die Umplanung des Autobahnnetzes angestoßen.

Und es ging schnell voran. Bereits 1970 wurde das Raumordnungsverfahren eingeleitet, die Planungen schritten voran - doch zunehmend stießen sie auf Widerstand. Köpf aber warb unverdrossen für seine Idee, was mitunter gefährlich wurde. So erinnert sich der 81-Jährige an eine Versammlung in Hopferau, bei der er nur «unter Polizeischutz» erscheinen konnte.

Nach außen hin ruhiger um Köpf und die Autobahn wurde es, als sich die Juristen der A7 annahmen. Gab es doch zahlreiche Verfahren um die Autobahn, die sich über Jahre hinzogen. Doch Köpf war nicht untätig, wie zahlreiche Schreiben beweisen. Hinter den Kulissen warb er bei Politikern und in Ministerien um Verbesserungen, so hatte er schon vor Jahrzehnten die Idee zum Tunnel bei Reinertshof.

Die Bevölkerung wird entlastet

Mit der Umsetzung seiner Ideen durch Fachleute ist er mehr als zufrieden. «Die Autobahndirektion hat sich echt bemüht um Umwelt- und Lärmschutz. Die Bevölkerung wird vom Verkehr entlastet, ohne dass es zu große Eingriffe in die Landschaft gibt.»

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