Auslandssemester
MZ-Mitarbeiterin Isabel Fischer berichtet über Leben, Studium und Sehenswürdigkeiten aus der Türkei

Normalerweise studiert Isabel Fischer in Ravensburg an der Dualen Hochschule und absolviert ihre Praxisphase bei der Memminger Zeitung. Zurzeit studiert sie jedoch für ein Auslandssemester in der Türkei und berichtet in loser Folge über das Leben am Bosporus.

Ein Mikrofon ist überflüssig, ganz zu Schweigen von einem Lautsprecher. Einzig und allein seine Lungen sind sein Werkzeug. 'Fisch – bei mir bekommt ihr den besten Fisch – frischer Fisch!', schreit der korpulente Händler im Sekundentakt den Vorbeilaufenden zu.

Klar und ohrenbetäubend

Obwohl es schon Nachmittag ist und er seit Stunden seine Ware anpreist, ist seine Stimme immer noch klar und ohrenbetäubend zugleich. Tagein, tagaus. Straßenhändler, ob mit festen oder mit mobilen Ständen, gehören zum Leben der Millionenmetropole einfach dazu. Doch sie sind bei Weitem nicht die einzigen, die die Geräuschkulisse am Bosporus prägen.

Neben dem klassischen Verkehrslärm einer Großstadt wird in Istanbul vor allem wild gehupt, Polizeisirenen surren und kreischen durch die Luft und irgendwo ist immer eine Mutter zu hören, die ungeduldig nach ihren Kindern ruft.

Einzig und allein zu Gebetszeiten, wenn die Stimme des Muezzin erklingt, ebben viele Geräusche ab. In den Geschäften und auch in vielen Haushalten stellen die Menschen in dieser Zeit die Musik ab. Wer nicht in der Moschee ist, flüstert oder schweigt meist.

Auch das Auge wird gefordert, denn Istanbul ist immer in Bewegung. Ein einziger Schritt kann hier einen Schritt in eine andere Welt bedeuten. Beim Eintreten in eine alte, dreckige Gasse wird das deutlich: An einer Stelle spielen dürre Kinder in zerlumpter Kleidung Fußball und am Ende thront eine Villa, vor deren Veranda ein neuer Porsche parkt.

In einem Moment kitzelt noch der Duft von frischem Gebäck die Nase. Doch schon beim nächsten Atemzug trifft der beißende Gestank von Innereien, die am Straßenrand entsorgt werden, unbarmherzig auf den Geruchssinn.

Von Gegensätzen geprägt

Vom Massenandrang auf den Basaren bis hin zur Totenstille in abgelegenen Parks – auch Einsamkeit und Geborgenheit liegen dicht nebeneinander. Leben in Istanbul bedeutet ein Leben, das vor allem von Veränderung und von Gegensätzen geprägt ist. Aber vor allem bedeutet Istanbul Abenteuer, die hinter jeder Hauswand warten. Ob Gespräche mit Fremden bei einem Glas Tee oder die Möglichkeit mit dem Schiff auf einen anderen Kontinent zu flüchten – in Istanbul heißt es eben auch: Wer suchet, der findet.

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