Special Fasching im Allgäu SPECIAL

Mutter mit vielen Berufen

Von Freddy Schissler Kaufbeuren/Oberthingau Man könnte ihr stundenlang zuhören. Johanna Hofbauer kennt, wenn sie erzählt, weder Punkt noch Komma. Zwischendrin lacht sie mal wieder, und auf ihre Frage, ob sie denn nicht zu viel rede und besser wieder aufhören sollte, kann man nur den Kopf schütteln und ihr dringend raten: 'Nein Frau Hofbauer, plaudern sie einfach weiter.'

Johanna Hofbauer ist - ja was ist die sechsfache Mutter aus Oberthingau eigentlich? Also, da wären folgende Bezeichnungen möglich: Mundartdichterin, Buchautorin, G’schichtle-Erzählerin, Kabarettistin, Laien-Schauspielerin. 'Und Hausfrau, das bin ich auch noch', sagt die Allgäuerin. Beim Fasnet-Hoigarte vom 12. bis 15. Februar im Kaufbeurer Stadtsaal werden die Besucher die Mundartdichterin und Kabarettistin erleben.

Wir erreichen die viel beschäftigte Frau, die in ihrem Terminkalender rund acht bis zehn Lesungen pro Monat vermerkt hat, an einem Vormittag, an dem sie mal wieder mit nur einer Arbeit alleine nicht auskommt. Mit der Bügelwäsche beschäftigt sich Johanna Hofbauer - und mit dem neuen Kabarett-Programm, das sie in Kaufbeuren vortragen soll. Fertig geschrieben hat sie es vor zwei Tagen. 'Aber auswendig lernen muss ich es noch', gesteht sie.

Die Frau ist irgendwie ein Phänomen. Oder sagen wir: ein Allgäuer Original. Was sie anpackt, findet beim Publikum großen Gefallen. Seit sechs Jahren stellt sie zu Hause in Oberthingau Kabarettabende auf die Beine, Titel: Spriebeitel-Treffa. Für alle, die des Allgäuer Dialekts nicht lückenlos mächtig sind, sei die Übersetzung nachgereicht: ein Treffen großer Sprücheklopfer gibt’s dort in der örtlichen Halle. Sechs mal hintereinander. Und sechs Mal bekommt man schon Wochen zuvor keine Karten mehr.

Zu Lesungen von ihr kommen nicht selten über 100 Besucher, und Johanna Hofbauer gesteht: 'Ich bin manchmal selbst überrascht, wie viele Leute mich hören wollen.' Firmenjubiläen, Hochzeiten, runde Geburtstage, Vereinsfeiern: Die Nachfragen nach Johanna Hofbauers Künsten sind vielfältig, und alle wollen nur das eine, wenn sie die Ostallgäuerin verpflichten: lachen und sich amüsieren.

Das können sie haben, scheint sich Johanna Hofbauer zu denken, die als Lebensmotto ausgibt: 'Man darf nicht alles zu ernst und zu schwarz sehen, sondern man muss locker bleiben.' Ob sie auch zu Hause oft lache? 'Saumäßig oft', antwortet sie und - na ja, fängt an über sich selbst zu lachen. Selbstironie, sagt sie, sei eine Grundvoraussetzung für jene Heimatgedichte und Texte, die sie seit vielen Jahren zu Papier bringt und die seit 1999 auch in Büchern gesammelt werden. Vier davon sind inzwischen im Brack-Verlag in Altusried erschienen - mit großem Erfolg.

Ja, das mit der Selbstironie spiegelt sich oft in ihren Geschichten. Zum Beispiel in jener mit dem Brautkleid. 'Das habe ich irgendwann mal aus dem Schrank geholt', erzählt Johanna Hofbauer, 'und wollte es anprobieren. Ich sag’s ganz ehrlich: Ich war damals um einiges schlanker, und so bin ich zwar rein gekommen in das Kleid, aber zunächst nicht mehr hinaus.' Sie hat daraus eine Geschichte gestrickt, die sie natürlich mit Übertreibung auf eine Spitze trieb, die von der Realität etwas abwich. Aber wie sagt die sechsfache Mutter: 'Man darf nicht alles so ernst sehen.' Kein schlechtes Lebensmotto, oder?

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