Pfronten
Mutter Erde bringt Wärme in die Klinik

Alles Gute kommt - von unten. Aus zehn bis zwölf Metern Tiefe, um genau zu sein. Dorther stammt das Grundwasser, das künftig mithilft, die Pfrontener St. Vinzenz Klinik, die angeschlossene Rehaklinik sowie zwei Mitarbeiterwohnheime zu beheizen, deren alte Heizanlagen stillgelegt werden. Aus den sieben bis zehn Grad des Grundwassers macht die Wärmepumpe in der Heizzentrale 50 bis 55 Grad.

Rund 500 Kilowatt - ein Fünftel der nach Energiesparmaßnahmen noch nötigen 2,5 Megawatt - trägt die Erdwärme künftig zur Beheizung der Kliniken und Wohnheime bei. «Keine alltägliche Größe», sagte Mike Rosebrock vom Hamburger Ingenieurbüro s+i Planung, der die Pfrontener Anlage plant. Die Wärmepumpe ist deshalb eine Sonderanfertigung der Firma Carrier aus Unterschleißheim bei München. Gut 100000 Liter Heizöl spart die Klinik pro Jahr ein. 480 Tonnen CO2 werden weniger in die Atmosphäre geblasen. «Das passt gut zu den Bestrebungen Pfrontens, heilklimatischer Kurort zu werden», sagt Klinik-Geschäftsführer Dirk Kuschmann. Das für die Wärmepumpe benötigte Grundwasser geht dem Boden übrigens nicht verloren, sondern wird über sogenannte Schluckbrunnen zurückgeleitet.

Seit Anfang September ist die neue Heizanlage in Arbeit. In Betrieb gehen soll sie noch heuer. Rund 600000 Euro kostet der Umbau insgesamt, zwei Drittel davon schießt der Staat aus dem zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung bei. Die Aufträge gingen an Unternehmen aus der Region.

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Allgäuer Zeitung aus Kempten

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