Musikalischer Gruß an Beckstein

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Von Peter Mittermeier | Wohmbrechts/München Günther Beckstein strahlt über das ganze Gesicht. Vor 90 Minuten ist er zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Jetzt steht er mitten unter Wohmbrechtser Musikanten. Die Westallgäuer Kapelle hat dem Franken vor dem Plenarsaal im Landtag einen musikalischen Gruß übermittelt. 'Eine tolle Sache', freut sich der neue starke Mann in Bayern. Elmar Karg, Vorsitzender der Musik, spricht gar von einer 'historischen Stunde': 'Schön, dass wir dabei sein konnten.'

Der Besuch aus dem Westallgäu war seit Monaten geplant, lange bevor der Termin für die Wahl des Ministerpräsidenten feststand. Der Stimmkreisabgeordnete Eberhard Rotter hatte die Musikkapelle zusammen mit der Verwaltung der Marktgemeinde Weiler-Simmerberg in die Landeshauptstadt eingeladen. Ihre Instrumente hatten die Musiker mit in den Bus genommen - bestimmt waren sie für einen musikalischen Gruß an Rotter. Karg hatte freilich schon morgens im heimischen Stall eine Ahnung. 'Vielleicht klappt es ja mit einem Ständchen für den neuen Ministerpräsidenten', dachte er sich da.

Im Landtag ist erst einmal Geduld gefragt. In der Eingangshalle des Maximilianeums stimmen die Wohmbrechtser Musiker in ihrer blau-roten Tracht ein Stück ums andere an. Nach und nach zieht das die Landespolitiker an. Franz-Josef Pschierer, Abgeordneter und Präsident des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, lässt sich mit den Musikern ablichten. Staatssekretär Georg Schmid, seit Wochen gehandelt als neuer Innenminister, kommt auf einen Sprung vorbei und auch Landwirtschaftsminister Josef Miller nimmt sich Zeit. 'Wir wünschen, dass Sie das Allgäu weiter im Kabinett vertreten', gibt Elmar Karg dem Memminger mit auf den Weg. Der Minister hört es gern.

Doch von dem neuen starken Mann in Bayern ist erst einmal nichts zu sehen. 'Wenn er nicht zu uns kommt, gehen wir zu ihm', sagen mehrere Musiker. Mehr Aufforderung braucht es nicht. Erst marschieren die 30 Musiker die große Treppe hoch zum Plenarsaal, dann folgen alle Besucher aus dem Westallgäu. Eigentlich ein Verstoß gegen die Regeln des hohen Hauses. 'Normalerweise', sagt Eberhard Rotter, 'wäre dafür die Genehmigung des Landtagspräsidenten nötig'. Doch das kümmert an dem Tag niemanden.

Im ersten Stock geht das Warten erst einmal weiter. Ein halbes Dutzend Fernsehteams will noch Interviews mit Beckstein. Da heißt es für die Besucher aus dem Westallgäu ausharren. Die Frauen schalten sich ein: Elisabeth Rotter, die die Landtagsfahrten aus dem Stimmkreis nach München organisiert, spricht mit Marga Beckstein. Die 'schaut, was sich machen lässt'.

Der weibliche Charme zieht offenbar: Der Ministerpräsident kommt mit seiner Familie aus dem Plenarsaal zur Musikkapelle. Die Besucher aus dem Westallgäu erleben den neuen Ministerpräsidenten als 'volksnah und sympathisch', wie der Weilerer Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph später sagt, als 'guten Landesvater' eben. Beckstein lässt sich mit den Musikern fotografieren, schüttelt den Gästen die Hand, plaudert mit den Praktikanten der Marktgemeinde.

Später setzt er sich zu den Musikern und trinkt mit ihnen ein Bier. Etwas, was den Franken von seinem Vorgänger unterscheidet: Stoiber hatte zwar oft einen steinernen Bierkrug vor sich, drin war aber meist Salbeitee.

Beckstein hinterlässt bei den Besuchern aus dem Westallgäu bleibenden Eindruck. 'Dem Ministerpräsidenten', sagt Elmar Karg, 'werden noch mehr Musikkapellen ein Ständchen spielen. Aber wir waren die ersten'.

Weitere Fotos im Internet www.westallgaeuer-zeitung.de

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