Landestheater Schwaben
Musikalische Revue lässt die 1950er Jahre in Memmingen aufleben

Die 1950er Jahre werden in einer Revue des Landestheaters Schwaben lebendig. Mit Josephine Bönsch als Conny und Matthias Tuzar als Peter, begleitet von Boris Stannek am Klavier, geht ein Dream-Team auf der Caféhausbühne des Stadttheaters Memmingen auf Zeitreise.

Von den Capri-Fischern bis zum Kriminal-Tango, von Lollipop und Sugar Baby bis Rock around the clock: Dieses Jahr stehen die Nachkriegs-Hits im Zentrum der Musik-Revue im Landestheater. Ob es sich beim Original um eine Schnulze handelt oder um flotten Rock"n"Roll mit Hüftschwung: Die Darsteller finden für jeden Song Witz und Pfiff.

Josephine Bönsch ist als Sängerin so stark wie als Schauspielerin. In 'Ganz Paris träumt von der Liebe' schwelgt sie zunächst in sonoren, lasziven Tiefen und wechselt dann federleicht eine Oktave höher. Zu so einer ausdrucksvollen und natürlichen Stimme kann man nur gratulieren. So verschiedenfarbige Register sind auch unter Nur-Sängerinnen selten.

Matthias Tuzar verwandelt sich als Darsteller: vom schüchtern-verklemmten Tanzschul-Aspiranten, der unter Mamas Fuchtel steht, zum coolen Halbstarken mit Schmalztolle. Obwohl er stimmlich nicht das Volumen seiner Partnerin hat, entwickelt er die Bühnenpräsenz, um ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Stanneks lustvolles Klavierspiel bereichert den Abend.

Zwischen den Hits in Deutsch und Englisch wird der 'Ratgeber für Haus und Familie' zitiert oder der schnell unter den Teppich gekehrte Nazi-Müll noch einmal durchgestöbert. Peter und Conny unterhalten sich über ihre Familien, testen ihr Wissen in Sachen Aufklärung ab ('Das war doch ein Zeitalter in der Geschichte').

Der beginnende Kalte Krieg mit Korea-Krise wird gestreift. Und im Finale gibt es sieben Songs im Zeitraffer, von 'Zwei kleine Italiener' bis zum 'Jailhouse Rock' mit furioser Rock ’n’ Roll-Einlage.

Das kenn ich doch – von Musik bis zur Mode mit Petticoat, vom Werbeplakat bis zur Benimm- und Make-Up-Regel ('Gefallen ohne aufzufallen') schwelgt man einen Abend lang in Erinnerungen oder taucht ein in Jahrzehnte entferntes Lebensgefühl, von dem Reste auch heute noch herumschwirren.

Gut zu unterhalten, ist schwer genug. Dass diese Nostalgie nicht hold verklärt, sondern auch brüchige Momente zulässt, ist bemerkenswert. Regisseur Herbert Müller und Sabine Manteuffel für Bühne und Kostüme sind in den begeisterten Applaus eingeschlossen, der bei der Premiere drei Zugaben fordert.

Weitere Vorstellungen im Landestheater am 4. und 12. Dezember, 3. und 13. Januar, 20. und 21. Februar, 3. März, 19. und 26. Mai (Beginn jeweils 20 Uhr). Am 31. Dezember um 19 Uhr ist im großen Haus Sylvestervorstellung.

Ach, die Fünfziger Jahre Matthias Tuzar als Peter in der Petticoat Bar. Foto: Karl Forster

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