Memmingen
Musikalische Mission erfüllt

Mit zehn Jahren hat Dirk Seiler für neun Mark die Stunde Tanzmusik gemacht. Seitdem sind 33 Jahre vergangen und der Berufsmusiker tourt mit einer der erfolgreichsten deutschen Big Bands, dem Ensemble der Bundeswehr, um die Welt. Am Donnerstagabend gastieren Seiler und seine 23 Bandkollegen auf dem Memminger Marktplatz und geben vor rund 3500 Besuchern ein Benefizkonzert zugunsten der Kartei der Not (wir berichteten kurz). Dabei unterstützen die begeisterten Zuschauer das Leserhilfswerk unserer Zeitung auf beeindruckende Art und Weise: Sie spenden 8350 Euro für Menschen aus der Region, die in Not geraten sind.

Unter den Konzertbesuchern ist der Memminger Gymnasiallehrer Helmut Oexle. Er hat im Gegensatz zu Seiler sein erstes Instrument - ein Tenorsaxofon - erst mit 18 Jahren in den Händen gehalten. Doch was die beiden Männer verbindet, ist ihre Leidenschaft für Jazz und Soulmusik. Oexle leitet seit 14 Jahren die Schüler-Big Band des Strigel-Gymnasiums. Mit zweien seiner 25 Schützlinge, Christoph Francke und Christof Spitz, steht er an diesem Abend auf dem Marktplatz und ist von dem, was er da hört und sieht, begeistert: «Klasse, gigantisch.» Und seine braunen Augen funkeln.

Afrikanisches Temperament

Funkeln auch auf der Bühne: Im dunklen Pailletten-Kleid, das im Licht der Scheinwerfer glänzt, kontrastiert Sängerin Bwalya Chimfwembe mit den schneeweißen Uniformen der Bundeswehr-Musiker. Mit ihrer kräftigen und doch samtig-weichen Stimme erzeugt sie Gänsehaut-Stimmung. Beispielsweise bei «Amazing Grace» oder «I will always love you» (zu Deutsch: «Ich werde dich immer lieben») von Whitney Houston. Ihr afrikanisches Temperament stellt die Sängerin aus Sambia im Dialog mit Saxofonist Christoph Heftrig unter Beweis. Namensvetter Christoph Francke, Saxofonist der Strigel-Band, ist vom Können des Hauptfeldwebels fasziniert: «So spielen, das wärs», schwärmt der 19-jährige Zivildienstleistende.

Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger und Edmund Mikusch vom «Reservisten-Musikzug Jagdbombergeschwader 34 Allgäu» sind derweil für den guten Zweck unterwegs. Mit einem Plastikeimer mit Schlitz im Deckel schlängeln sie sich durch die Besuchermassen und sammeln für die Kartei der Not. «Die Leute sind sehr spendierfreudig», freut sich Holzinger. Vorbei geht es auch an Emilie Spitz, die sich an die Beine ihres großen Bruders Christof gelehnt hat. Die Achtjährige betrachtet den uniformierten Trompeter, der gerade ein Solo gibt. «Das sind halt Profis», nickt ihr Bruder anerkennend und schaut zu seiner Schwester. Er bläst bei Oexle in der Big Band die Posaune. Allerdings übt er keine acht Stunden am Tag wie Solo-Posaunist Frédéric Martin, der 100 Tage im Jahr mit der Bundeswehr auf Tour ist.

«Wir sind stolz, dass wir ein derartiges Zugpferd wie die Bundeswehr-Big Band bei uns begrüßen durften», freut sich Helmut Kustermann für die Kartei der Not. Er dankt auch der Stadt Memmingen für die Mitorganisation der Veranstaltung sowie dem Reservisten-Musikzug, der Reservistenkameradschaft Memmingerberg, dem Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr und dem Roten Kreuz, die ebenfalls zum Gelingen des Abends beitragen. Auch Stabshauptmann Thomas Ernst, Tourmanager der Band, ist bester Stimmung: «Wir fühlen uns in Memmingen sehr gut aufgehoben.»

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