Musik für jene, die «in der Gesellschaft im Regen stehen»

Kempten | be | Es regnete in Strömen, als rund 1000 Musiker am Samstag Vormittag aus allen Richtungen der Kemptener Innenstadt auf den Residenzplatz zuströmten. Selbst als beim Großkonzert des Allgäu Schwäbischen-Musikbundes (ASM) die Bayernhymne erklang, ließ der Himmel noch kein einziges weiß-blaues Fleckchen erkennen. Doch weder die Musiker noch die zahlreichen Zuhörer ließen sich vom schlechten Wetter davon abhalten, für jene zu spielen und zu spenden, die - wie Kemptens Bürgermeister Josef Mayr es ausdrückte - «bei uns in der Gesellschaft im Regen stehen». Rund 2000 Euro wanderten an diesem Tag in die Spendendosen der Musiker, gedacht für die «Kartei der Not», Leserhilfswerk unserer Zeitung, und die Kulturstiftung Klingendes Schwaben von Christl und Karl Kling. Sein erstes Großkonzert hatte der ASM 1980 in Kempten veranstaltet, und die Allgäu-Metropole war es auch, die jetzt das 24. Konzert dieser Größenordnung ausrichtete.

Mit Kempten verbunden

Denn mit Kempten zeigt sich der ASM ganz besonders verbunden, wurde hier doch, im Jahr 1926, der Allgäu Schwäbische Musikbund gegründet, wie Franz Pschierer erklärte.

Rund 100 000 Euro, so der ASM-Präsident, hätten die Musiker seit dem ersten Großkonzert für die «Kartei der Not» und die Kulturstiftung des langjährigen ASM-Präsidenten Kling eingespielt. Ein großes Dankeschön für ihr freiwilliges Engagement war den Blasmusikern besonders an diesem verregneten Samstag gewiss.

«Denn wenn man hier so steht und sie spielen hört», dann, so die Kuratoriumsvorsitzende der «Kartei der Not», Ellinor Holland, habe man das Gefühl, es gebe noch eine heile Welt. Eine Wohltat für Ohren, Herz und Seele sei diese Musik, meinte Ellinor Holland, die anlässlich ihres 80. Geburtstags nicht nur Blumen vom ASM-Präsidium bekam, sondern sich auch am Musikergruß («Die Instrumente hoch») erfreuen durfte. «Ganz ganz herzlichen Dank» sagte sie den Musikern für ihr Engagement. Die Vizepräsidentin des ASM, Centa Theobald, forderte die Zuschauer auf, der Blasmusik treu zu bleiben, damit das Leben lebens- und liebenswert bleibe.

Die Zuhörer unter den Regenschirmen nahmens beim Wort, wippten bei klingender Musik im Takt mit, hörten andächtig der «Hymne an die Freundschaft» zu und sangen mit, als Bayern- und Deutschlandhymne den Schlussakkord setzten. Und so wurde, wie Kemptens Bürgermeister Josef Mayr treffend bemerkte, aus diesem «verregneten Tag ein gesegneter Tag».

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen