Memmingen
«Müssen unser Profil schärfen»

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Der Mann hat um 5 Uhr morgens Äpfel auf dem Buchloer Bahnhof verteilt, hat Wahlkampf auf dem Tegelberg gemacht, war mit dem SPD-Mobil kreuz und quer im Wahlkreis unterwegs und hat versucht, an Stammtischen die Menschen von der sozialdemokratischen Politik zu überzeugen. Letztlich aber steht der Memminger Rolf Spitz mit leeren Händen da, den Sprung in den Bundestag hat er nicht gepackt (wir berichteten). «Wir müssen jetzt in der Opposition unser Profil schärfen», sagt er am Tag nach der Wahl.

Damit dies gelingt, haben die Sozialdemokraten nach Spitz Meinung vor allem zwei Themen stärker in den Fokus zu rücken: «Soziale Gerechtigkeit und Arbeitnehmer-Interessen, beispielsweise den Kündigungsschutz.» Derzeit profitiere vor allem die Linkspartei von enttäuschten SPD-Wählern, «gerade aus dem gewerkschaftlichen Lager».

In Wahlanalysen hört man die Prognose, dass die SPD aus machtpolitischen Gründen künftig auch auf Bundesebene eine Koalition mit den Linken nicht mehr ausschließen werde. Stellt man an Spitz die Gretchenfrage, wie er es mit der Linkspartei halte, wird der Gesprächspartner vorsichtig: «Das ist eine schwierige Konstellation», lautet die ausweichende Antwort. Man müsse mit den Linken reden, sagt Spitz, moniert aber schon ein paar Sätze später, dass die Partei in der Afghanistan-Frage für «Populismus pur» stehe.

Man müsse nun sehen, ob SPD, Grüne und Linke in der Opposition eine gemeinsame Linie finden, sagt der 49-Jährige.

Spitz ist auch Ortsvorsitzender der Memminger SPD und da freut es ihn, «dass es durch meinen Wahlkampf sieben Neueintritte gegeben hat. Das waren vor allem junge Leute». Dies ist durchaus nicht typisch für die aktuelle Lage in der SPD. «Neben vielen anderen Schocks war der größte für mich, dass wir die Jugend nicht erreicht haben», blickt Spitz auf den Wahlabend zurück.

Auf den Ortsvorsitzenden Spitz wartet schon die nächste Herausforderung: 2010 findet in Memmingen die Oberbürgermeister-Wahl statt. Noch ist nicht klar, mit welchem Kandidaten er ins Rennen gehen wird. «Ich weiß wirklich nicht, ob Holzinger wieder antritt. Mehr möchte ich dazu im Moment auch nicht sagen.» Seite 38

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