Frühlingskonzert
Münchner Symphoniker beschließen mit einer romantischen Mainacht die Klassikbox-Saison

'Die Big Box klingt gut, tut gut, das Orchester fühlt sich hier wohl - ich habe das Gefühl, dass Sie die Münchner Symphoniker in ihr Herz geschlossen haben.' Mit diesen warmen Worten kommentierte Hans Brünig das letzte Klassikbox-Konzert der Saison. Und heftiger Spontan-Beifall der 750 Besucher signalisierte Zustimmung.

Aber auch ihn selbst, den Intendanten der Münchner, hat das Klassikbox-Publikum im Lauf der letzten fünf Jahre liebgewonnen, wie er mit heiterem Ernst und klug dosierter Ironie vor seinem rotledernen Ohrensessel am Podiumsrand die Ansagen machte.

Zum letzten Mal tat er dies in Kempten, denn im Herbst geht er in den Ruhestand. So charakterisierte Brünig zum Beispiel das Libretto für Franz Schuberts Schauspielmusik zu 'Rosamunde', mit Giftmord-Intrige und glorioser Thronbesteigung, ironisch als 'eine Geschichte, so richtig aus dem Leben gegriffen'.

Gewiefter Moderator

Und mit einem Augenzwinkern umkreiste der gewiefte Moderator den Begriff 'Romanze' zunächst als 'bestimmte Beziehungsform zwischen Individuen'. Mit Ludwig van Beethovens zwei Romanzen für Violine und Orchester hat diese 'Beziehungsform' allerdings noch die freie Form und die gefühlige Stimmung gemeinsam: vier Takte Sologeige voraus, schwelgerisch zweistimmig, dann die sanftesten Streichertöne, die Waldhörner wie von fern, das tiefe Fagott, zart die Flöten und Oboen – romantischer geht’s fast nimmer.

Konzertmeister Marian Kraew gestaltete diesen Höhepunkt der 'Romantischen Mainacht' in der Klassikbox als Solist hervorragend eindrucksvoll. 'Wir sind froh, dass wir ihn haben', kommentierte Brünig.

Zum 'Blumenwalzer'-Evergreen von Peter Tschaikowsky kamen die Posaunen, Trompeten, die Tuba und die Paukisten wieder auf die Bühne. Gar Wagner’sches Format zeigte die Ouvertüre zu 'Ruslan und Ludmilla' von Michail Glinka, bravourös gespielt von den Symphonikern, dirigiert vom alerten Georg Schmöhe.

Die romantische Harfe hatte ihren Auftritt nicht nur als Blumenwalzer-Intro, sondern auch beim 'Concertwalzer Nr. 2' von Alexander Glasunow. Betörend schön klang die 'Steppenskizze aus Mittelasien' von Alexander Borodin, 1880 Franz Liszt gewidmet. Letztes Stück und erste Zugabe waren Tschaikowsky-Konzertwalzer. Und Richard Wagners Vorspiel zu den 'Meistersingern' im Ohr, geleitete eine zweite, reichhaltige Zugabe die Besucher hochromantisch gestimmt hinaus in die kühle Mainacht.

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