Motto bei Putzmitteln: Weniger ist oft mehr

Unterallgäu (sdo). Woher nur immer dieser Staub und die Fusseln in den Zimmerecken kommen... Manchmal fragt man sich doch wirklich, ob die ganze Putzerei nie ein Ende nimmt. Und laut dem Industrieverband für Körperpflege und Waschmittel haben die Deutschen im Jahr 2004 immerhin 651 Millionen Euro für Haushaltsreiniger ausgegeben. Dabei ist laut Ursula Bronner von der Abteilung Hauswirtschaft der Unterallgäuer Landwirtschaftsschule gerade bei der Fußbodenreinigung weniger oft mehr. Die Expertin verrät in diesem Teil der MZ-Haushaltsserie, worauf es beim Bodenputz ankommt.

Der Bodenbelag: Die richtige Auswahl des Bodenbelags erleichtert die Reinigung. Deshalb schon bei der Ausstattung einer Wohnung darauf achten, dass der Pflegeaufwand gering ist. Pflegeleicht sind glatte, feucht oder nass wischbare Beläge wie Fliesen, Natursteinbeläge, PVC, Laminat, Linoleum oder versiegelter Kork oder Parkett. Möglichst nur zwei bis drei verschiedene Bodenbeläge wählen - zum einen lassen einheitliche Böden die Wohnung optisch größer erscheinen und die Pflege ist einfacher, je weniger verschiedene Oberflächen zu behandeln sind.

Den Schmutz am Haus- oder Wohnungseingang 'ausbremsen': Neben dem guten alten Fußabstreifer gibt es textile Schmutzfangmatten , die imprägnierbar sind und somit den Schmutz besonders anziehen. Je nach Größe können sie in der Haushaltswaschmaschine oder einer gewerblichen Wäscherei gewaschen werden.

Unschlagbar gegen Hundehaare: der Staubsauger. Wirkt nicht nur auf textilen Bodenbelägen, sondern auch auf glatten Fußböden gründlich und wirbelt nicht unnötig den Staub auf.

Die Qual der Wahl: das richtige Mittel. In der Regel genügt ein Allzweckreiniger für die laufende Pflege. Die gängigen Allzweckreiniger haben einen neutralen pH-Wert. Sie werden deshalb auch als Neutralreiniger bezeichnet. Im Privathaushalt absolut tabu sind Reiniger, die Desinfektionsmittel enthalten. Solche Mittel belasten nur unnötig das Abwasser. Da sie nicht auf spezielle Keime ausgerichtet sind, besteht eher die Gefahr, dass sich resistente Keime bilden. Vorsicht ist geboten, wenn Essigsäure oder andere Säuren enthalten sind: kalkhaltige Natursteine wie etwa Marmor werden von Säuren angegriffen. Die echte, traditionelle Schmierseife (bernsteinfarben und schwer löslich in Wasser) gibt es auch als gebrauchsfertige Lösung. Sie reagiert alkalisch. Bei alkali-empfindlichen Oberflächen wie etwa Linoleum ist Vorsicht geboten. Fußbodenreiniger gibt es auch als kombinierte Reinigungs- und Pflegemittel. Diese enthalten Wachs- oder Kunststoffbestandteile, die einen Schutzfilm auf der Oberfläche bilden. Sie sind geeignet für sehr strapazierte Bereiche, etwa in der Küche oder im Eingangsbereich. Nach längerer Anwendungszeit werden aber möglicherweise Pflegemittel-Rückstände sichtbar. Zur deren Entfernung braucht man Grundreiniger, die organische Lösungsmittel enthalten und deshalb ökologisch bedenklich sind.

Wie kriegt man Teppichböden sauber? Für die Reinigung von Teppichböden hat sich in den vergangenen Jahren die Grundreinigung mit einem Sprühextraktionsgerät bewährt. Dabei wird in einem Arbeitsgang mittels eines Sprühsaugers eine Reinigungslösung in den Teppich gesprüht und im gleichen Arbeitsgang sofort wieder abgesaugt. Danach muss der Boden sechs bis zwölf Stunden trocknen. Sprühsauger können in Fachgeschäften ausgeliehen werden.

Die einfachste Regel für Reinigungsmittel: Sparsam dosieren. Hier sollte man immer die Hinweise des Herstellers beachten. Es gibt auch bei Reinigern Konzentrate, die erheblich geringer dosiert werden als die gewohnten Mittel. Die Reinigungswirkung von Fußbodenreinigern wird durch eine Überdosierung nicht verstärkt. Ausnahme: Fettlösliche Flecken können mit Reiniger pur entfernt werden.

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