Verkehr
Motorrad-Kontrollen im Allgäu: Über 18 Prozent aller Maschinen zu schnell

Bei einer groß angelegten Kontrollaktion von Motorradfahrern im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit Sitz in Kempten waren über 18 Prozent aller Maschinen zu schnell unterwegs. Insgesamt seien fast 3000 motorisierte Zweiräder ins Visier genommen worden, berichtete Polizeisprecher Christian Eckel. Für 540 Fahrer gab es Bußgelder oder Anzeigen. Die Aktion fand im Rahmen des Sicherheitsprogramms 'Bayern mobil - sicher ans Ziel' statt.

Tempo 180 auf der Landstraße

Spitzenreiter war ein Motorradfahrer auf der B 310 (Füssen-Nesselwang-Bad Hindelang), der mit Tempo 180 km/h geblitzt wurde. Im Messbereich beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit 100 km/h. Nach Angaben der Polizei erwarten den Fahrer nun drei Monate Fahrverbot und mindestens 1200 Euro Geldbuße. Zudem sind nach der Neuregelung der Punkte in Flensburg im Mai dieses Jahres für den Fahrer zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei (jetzt "Fahreignungsregister") fällig.

Laut Polizeisprecher Christian Eckel gibt es keine ausgesprochenen Motorrad-Unfallschwerpunkte. Die Polizei spricht vielmehr von sogenannten "Unfallhäufungslinien". Da sind genau die Strecken entlang und in den Alpen, die von Motorradfahrern bevorzugt werden. Dazu gehören beispielsweise der Jochpass bei Bad Hindelang und die Queralpenstraße vom Immenstadt über Oberstaufen bis zum Bodensee.

Am Jochpass überwacht die Polizei regelmäßig die Einhaltung des Überholverbots auf der gesamten Strecke. Gut möglich ist dies, weil man von der sogenannten Kanzel kurz vor der Passhöhe einen langen, weiter unten liegenden Streckenteil einsehen kann. Werden dann Überholverbots-Verstöße von bergauf fahrenden Bikern festgestellt, zieht die Polizei diese gleich oben aus dem Verkehr.

Die Entschuldigungen sind oft ähnlich, schützen aber vor Bußgeldern nicht. Zumeist geben die Fahrer an, sie hätten vom Überholverbot nichts gewusst - oder angenommen, dass dieses nur für Autos gilt. Bei der jüngsten Polizeiaktion wurden neben den Geschwindigkeitsverstößen knapp 150 weitere Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Dabei ging es unter anderem um verbotenes Überholen, aber auch um Veränderungen an den Maschinen. Dazu gehört das Herausnehmen oder Verändern von Schalldämpfer-Teilen. Durch eine solche Manipulation erlischt die Betriebserlaubnis eines Motorrads.

Bisher 190 Motorradunfälle

Laut Polizei ereigneten sich heuer im Bereich des Präsidiums insgesamt 190 Unfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren - zwölf mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Bei den 190 Zweiradunfällen wurden 173 Motorradfahrer verletzt und zwei getötet.

Autor:

Michael Munkler aus Kempten

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