Oberstaufen
Morgens gibt es Obst, mittags wird geruht

Die knapp hundert Buben und Mädchen im Staufner Kindergarten St. Peter und Paul haben Grund zum Feiern: Der katholische Kindergarten wird 50 Jahre alt. Zum runden Geburtstag findet am Sonntag ein Festgottesdienst statt.

Andrea Porsch leitet die Einrichtung seit 22 Jahren. Heute werden fünf Gruppen betreut, eine davon mit Kleinkindern im Alter zwischen zwei und drei Jahren. «Das ist sozusagen der Vorläufer zur Kinderkrippe, die nächstes Jahr eingerichtet wird», erklärt Porsch. Für die Erzieherin ist eines besonders wichtig: «Die Kinder sollen sich wohl und geborgen fühlen. Wir wollen auf das Kind eingehen und seine Bedürfnisse wahrnehmen.» So orientiere sich das pädagogische Konzept an Maria Montessori und an Pfarrer Kneipp. Einige Kindergärtnerinnen haben eine Zusatzausbildung in Gesundheitserziehung und Porsch plant, bald eine Zertifizierung zur «vom Kneippbund anerkannten Kindertageseinrichtung» zu bekommen.

Im Alltag sieht das so aus, dass zum Beispiel morgens ein Obst- und Gemüseteller bereitsteht, dass die Kinder im Winter Schneetreten dürfen, dass Kräuter im eigenen Garten geerntet und zu Tee verarbeitet werden und dass Bewegung an der frischen Luft einen wichtigen Stellenwert hat. Wichtig seien feste Rituale, so Porsch. Vor einiger Zeit wurde eine Mittagsruhe eingeführt - die Kinder legen sich hin, hören ruhige Musik oder eine Geschichte und können sich entspannen. «Viele schlafen dabei ein», erzählt Porsch lachend. Und: «Seit wir das machen, sind die Kinder nachmittags ganz anders drauf.» Auch musikalische Früherziehung gehört zum Konzept des Kindergartens.

Wenn Andrea Porsch auf die vergangenen 20 Jahre zurückblickt, kann sie eines beobachten: «Die Kinder sind zwar die gleichen wie früher, aber man geht anders mit ihnen um.» Viele Eltern seien verunsichert und würden Entscheidungen auf ihre Kinder übertragen. «Es werden weniger Grenzen gesetzt». Häufig seien beide Eltern berufstätig und setzten voraus, dass mehr Erziehungsarbeit im Kindergarten stattfindet. Porsch hat den Eindruck, dass «der Druck auf die Eltern spürbar ist». Am Ende der Kindergartenzeit fragten sich viele: «Kann mein Kind auch alles?»

Zurzeit gehen auch zwei behinderte Kinder in die Einrichtung. «Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht», sagt die Kindergartenleiterin - auch wenn der bürokratische Aufwand unverhältnismäßig groß sei. Doch die behinderten Kinder seien gut in die Gruppen integriert und eine Bereicherung für alle anderen. Der Kindergarten St. Peter und Paul habe schon öfter behinderte Kinder aufgenommen Porsch. «Wir sind da offen.»

Feier: Am Sonntag, 25. Oktober, ist um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul ein Gottesdienst mit Pfarrer Johannes Netzer. Danach gibt es einen Imbiss im Pfarrheim.

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