Staatsanwaltschaft
Mordverdächtiger wohl bei Unruhen in Ägypten getötet

Ein in Ägypten inhaftierter Mann, der 2009 im Ostallgäuer Jengen seine damals 36-jährige Frau umgebracht haben soll, ist höchstwahrscheinlich tot. Damit gab der Leitende Kemptener Oberstaatsanwalt Herbert Pollert bei der Jahrespressekonferenz in Kempten bekannt, was die Deutsche Botschaft in Kairo mitgeteilt hatte.

Der Mann (37) sei während der Unruhen im März dieses Jahres ums Leben gekommen. Wie berichtet, waren damals zum Teil die Gefängnisse in Kairo geöffnet worden und viele Strafgefangene auf freien Fuß gekommen. Die Deutsche Botschaft in Ägypten beruft sich wiederum auf Informationen der ägyptischen Behörden. Laut Pollert prüft die Kemptener Anklagebehörde, ob die Information stimmt. Wenn ja, würde der Fall zu den Akten gelegt.

Die Kemptener Kripo und Staatsanwaltschaft sind davon überzeugt, dass der Ägypter vermutlich am 8. September 2009 oder davor seine Frau umgebracht und die Leiche in der Sickergrube des gemeinsamen Hauses versteckt hatte. Gegen 10.30 Uhr an diesem Tag soll er die Tochter vom Kindergarten abgeholt haben und sich mit ihr über München nach Ägypten abgesetzt haben. Lange hatten Verwandte und Bekannte der Getöteten geglaubt, die Familie sei in Ägypten im Urlaub.

Am 17. Oktober 2009 fand die Polizei dann die Leiche der Frau. Zuvor hatte sich der Ägypter noch telefonisch bei der Mutter der Getöteten im Ostallgäu gemeldet. Er brauche Geld, weil seine Frau in einen Autounfall verwickelt sei. Letztmals rief er am 16. Oktober an. Er bat erneut um viel Geld, da seine Frau entführt worden sei. Zu diesem Zeitpunkt aber war sie längst tot, so die Ermittler.

Das Kaufbeurer Amtsgericht hatte dem Vater nach der Flucht das Sorgerecht entzogen und dieses einem Rechtsanwalt übertragen. Ob sich das Kind jetzt noch bei Verwandten des Mannes in Ägypten aufhält - wie bisher vermutet - ist unklar. Die Frage, wo das Mädchen jetzt lebt, sei für die Kemptener Staatsanwaltschaft als Strafverfolgungsbehörde kein Thema, bekräftigte Pollert.

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