Kempten
Mordfall Asta: Prozess wird völlig neu aufgerollt

Erneut muss sich ein 30 Jahre alter Marokkaner aus Kempten wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft ist nach wie vor davon überzeugt, dass er im September 2007 die damals 39 Jahre alte Asta G. umgebracht hat. Ihre Leiche war Monate später nahe einem Weiher bei Börwang (Oberallgäu) gefunden worden. Die 1. Strafkammer des Kemptener Landgerichts hatte den Mann im Sommer 2008 wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Dieser hatte die Tat bis zuletzt bestritten. Wegen eines Verfahrensfehlers hob der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil auf und verwies den Fall an eine andere Kammer des Kemptener Landgerichts. Ab 28. September hat sich nun die 2. Strafkammer des Landgerichts als Schwurgericht mit dem spektakulären Mordfall zu befassen.

Der 30-Jährige hatte ein Verhältnis mit der Getöteten und er soll sie umgebracht haben, weil sie diese Affäre beenden wollte. Der Prozess ist auf acht Verhandlungstage anberaumt.

Geschichte vom Auftragskiller

Bei einem Gefängnisbesuch war das Gespräch des Mannes mit seiner ebenfalls aus Marokko stammenden Frau abgehört worden. Demnach hatte der Untersuchungshäftling seinerzeit seine Frau gebeten, die Schuld auf sich zu nehmen.

Sie solle sich deshalb nach Italien absetzen und per Videobotschaft aussagen, sie habe aus Eifersucht einen russischen Auftragskiller auf Asta G. angesetzt. Für deren Ermordung habe sie diesem 30000 Euro gezahlt.

Gespräche abgehört

Doch der dem Paar ausnahmsweise zur Verfügung gestellte Raum für deren Begegnung in der Haftanstalt war verwanzt. Entsprechend konnte das Gespräch mitgehört und in dem Gerichtsverfahren gegen den Angeklagten verwertet werden.

Dass dem Ehepaar eine scheinbar unbeobachtete Gesprächssituation in einem eigenen Raum ermöglicht worden war, wertete der Bundesgerichtshof als << unzulässige Täuschung >>. Zudem, so die Begründung des Bundesgerichtshofs, sei ein Gespräch zwischen Ehepartnern besonders geschützt. In der << Gesamtschau >> stellte das Abhören des Gesprächs nach Ansicht der Karlsruher Richter einen Verstoß gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens dar. Entsprechend hätten die Inhalte der Unterredung in dem Gerichtsverfahren nicht als Beweise herangezogen werden dürfen.

Das Verfahren gegen den angeklagten Marokkaner muss nun komplett neu aufgerollt werden. Das betrifft auch die umfangreiche Zeugenvernehmung.

Mit einem Urteil wird am 9. November gerechnet.

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