Kempten
Mordfall Asta: Der Angeklagte schweigt erneut

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist gestern vor dem Kemptener Landgericht der Prozess gegen einen 30 Jahre alten Marokkaner neu aufgerollt worden, der im September 2007 die damals 39 Jahre alte Asta G. aus Kempten ermordet haben soll. Wie mehrfach berichtet, hatte der Bundesgerichtshof (BGH) das Ersturteil gegen den Marokkaner - lebenslang wegen Mordes - aufgehoben. Deswegen muss sich an acht Verhandlungstagen nun eine andere Kammer des Kemptener Landgerichts erneut mit dem Fall befassen.

Mit Fußfesseln und in Handschellen wurde der Angeklagte gestern in den Sitzungssaal geführt. Beim Betreten des Gerichtssaals wie auch beim Warten bis zum Beginn der Verhandlung betete der Angeklagte, der auch ein islamisches Buch mit in die Verhandlung nahm.

Über seinen Anwalt ließ er verkünden, dass er weder zu seinen persönlichen Verhältnissen noch zu der ihm zur Last gelegten Tat Angaben machen wolle. In den folgenden Verhandlungstagen müssen jetzt rund 30 Zeugen erneut vernommen werden.

Gespräch abgehört

Im Erstverfahren kam das Kemptener Landgericht zu der Auffassung, dass der Marokkaner Asta G. umgebracht hatte, weil diese die Beziehung zu ihm beenden wollte.

Der in U-Haft sitzende Mann hatte seiner Frau bei einem Besuch in einem verwanzten Gefängniszimmer gesagt, sie solle sich nach Italien absetzen und dann in einer Videobotschaft an die Kemptener Justiz aussagen, sie habe aus Eifersucht einen russischen Auftragskiller auf Asta G. angesetzt. Für deren Ermordung habe sie 30000 Euro gezahlt.

Der Inhalt des abgehörten Gesprächs war im Landgerichts-Urteil als «deutliches Indiz» für die Täterschaft des Mannes bezeichnet worden. Das Mitschneiden des Gesprächs sei aber unzulässig gewesen, entschied der BGH.

Dass dem Ehepaar eine scheinbar unbeobachtete Gesprächssituation in einem Raum ohne einen anwesenden Justizbeamten ermöglicht worden war, bewertete der Bundesgerichtshof als «unzulässige Täuschung». Das Gespräch hätte in dem Verfahren keine Rolle spielen dürfen, so der BGH.

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