Lindenberg
Moorgebiete sollen langfristig erhalten bleiben

«Natura 2000» steht für ein europaweites Schutzgebietsnetz für selten gewordene Lebensräume sowie gefährdete Pflanzen- und Tierarten. In Bayern sind 744 Gebiete ausgewählt worden, die als besonders wertvoll und schützenswert gelten. Eines davon ist das Lindenberger Moos. Dabei sind sowohl die Offenland- als auch die Waldflächen betroffen. Es gilt, unter anderem, die dortige Moorlandschaft langfristig wieder in einen intakten Zustand zu versetzen.

Für dieses, wie für alle anderen Gebiete, soll ein Managementplan mit Erhaltungsmaßnahmen erstellt werden, erklärt Annelies Rek bei der Auftakt- und Informationsveranstaltung im «Löwen»-Foyer in Lindenberg. Die Referentin für Schutzgebiete und Artenschutz der Regierung Schwaben wirbt in der Veranstaltung um die Unterstützung der betroffenen Wald- und Grundstücksbesitzer. Denn nicht jede Maßnahme, die die natürlichen Lebensräume erhalten oder gar verbessern soll, wird populär sein. «Bei Natura 2000 ist viel Überzeugungsarbeit zu leisten», so die Biologin.

Um zu vermeiden, dass über den Kopf der Besitzer hinweg entschieden wird, soll bei einem runden Tisch mit allen Beteiligten - Besitzern, Kommunen und Verbänden - über den Entwurf des Managementplans diskutiert werden. Erst dann werden die Maßnahmen endgültig festgelegt. «Wir sind für einen offenen Dialog», betont Rek.

Zunächst sind jedoch umfangreiche Kartierungsarbeiten vorzunehmen, um genau zu definieren, wo in dem Gebiet Handlungsbedarf bestehe, erklärt Boris Mittermeier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach. Er zeichnet für die Kartierung des Waldgebiets im Lindenberger Moos verantwortlich.

Da dieses zum größten Teil in privater Hand sei und der Besitz sehr kleinparzellig aufgeteilt sei, bestehe nicht die Möglichkeit, jeden Besitzer vor der Begehung zu informieren, so Mittermeier. Wer von einer Maßnahme betroffen sein könnte, würde aber auf jeden Fall informiert und zum runden Tisch eingeladen werden. Dieser wird frühestens in einem Jahr abgehalten werden. Mittermeier bot an, bei Interesse einen Informationstag zum Kartieren mit den Besitzern zu unternehmen.

Anders als bei öffentlichem Besitz, können private Besitzer in der Regel zu keiner Maßnahme gezwungen werden. «Nur bei akuter Verschlechterung dürfen wir eingreifen. Ansonsten besteht kein Verbesserungsgebot», erklärt Mittermeier. «Deshalb sind wir sind auf ihre Mitarbeit angewiesen.»

Kontakt: Fragen zu «Natura 2000» und das Lindenberger Moos beantwortet Manfred Miller, Sachgebietsleiter Naturschutz des Landratsamts Lindau, unter Telefon (08382) 270350.

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