Lagerung
Moorbad statt See

Der Oggenrieder Weiher gleicht derzeit einem Moorbad. Denn die Gemeinde hat ihn fachgerecht abfischen lassen und abgelassen (wir berichteten). Im Frühjahr soll der Weiher ausgebaggert werden, doch zuvor muss der Gemeinderat eine Lösung für den Schlamm finden: Rund 5000 Kubikmeter werden davon wohl anfallen, hat Ingenieur Bernd Erhardt errechnet, der für diese Arbeit zuständig ist.

Nach rund 30 Jahren sei die Entschlammung des Weihers notwendig, meinte Bürgermeister Andreas Lieb. Doch angesichts der Massen soll der Schlamm möglichst nahe am Weiher gelagert werden, um Transport und Entsorgungskosten niedrig zu halten. Nach dem Abfischen und Auslassen will Erhardt mit einem Böschungsbagger rund 600 m² des Weihers ausbaggern lassen, wobei der westliche Rand außen vor bliebe, da der nur schwer erreichbar sei. Die rund 5000 Kubikmeter Schlamm, die eine hohe Feuchtigkeit haben, aber getrocknet als Humus nutzbar seien, könnten westlich des Weihers auf zwei Wiesen getrocknet werden, so Erhardt.

Dagegen war Martin Hofmann, denn die Magerrasenwiesen seien ein Refugium für seltene Flora und Fauna. Das sehe die Untere Naturschutzbehörde nicht so, wandte Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner ein. Der Gemeinderat beschloss zunächst, die Arbeiten ausführen zu lassen und die Baggerarbeiten auszuschreiben, aber einen Standort für den Schlamm erst bei einem Ortstermin festzulegen.

Zudem stimmte das Gremium für die dritte Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Sondergebiet Biogasanlagen in Oggenried. Außerdem fasste es einen Billigungsbeschluss zur öffentlichen Auslegung. Dafür wurden die von Planer Gerhard Abt erläuterten Forderungen der Träger öffentlicher Belange zur Kenntnis genommen.

Mit einem Exkurs in die Aufgaben des Vermessungsamtes Marktoberdorf erläuterte dessen Leiter Jürgen Königsberger die Aufgaben sowohl des Amtes als auch der Feldgeschworenen. Denn ein solcher wurde bei der Sitzung von Lieb vereidigt. Feldgeschworene gingen aus mittelalterlichen Feldgerichten hervor und lösten Grenzstreitigkeiten, erzählte Königsberger. Mittlerweile sind sie freiwillige Mitarbeiter der Ämter, die Grenzsteine setzen, sichern und wieder einsetzen dürfen sowie den Behörden durch Orts- und Flurkenntnis große Hilfen seien, so Königsberger. Pro Gemeinde gab es früher sieben Feldgeschworene - in Irsee macht derzeit nur Max Rasch diese Arbeit. Nun vereidigte der Bürgermeister Erwin Dopfer auf Lebenszeit.

Der muss dafür auch das «Siebenergeheimnis» wahren: Einst markierten die sieben Feldgeschworenen einer Gemeinde die Grenzsteine mit Zeichen darunter - das war gleichsam das Siegel für die Echtheit des Standortes. (fro)

 

Weites Land: Der Oggenrieder Weiher ist momentan abgelassen. Rund 5000 m³ Schlamm sollen nun entsorgt werden, um eine Verlandung zu vermeiden. Foto: Wild

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