Senat
Möbel Mahler will leer stehendes Einrichtungshaus ausbauen - Memminger Räte kritisieren die Pläne

Mit erhobenen Zeigefingern polterten Memminger Stadträte in der jüngsten Bausenatssitzung gegen ein Vorhaben in Neu-Ulm: Dort will im sogenannten Mutschler-Center die Firma Möbel Mahler das derzeit leer stehende Einrichtungshaus reaktivieren und auf rund 70 000 Quadratmeter Verkaufsfläche aufstocken.

Das Memminger Gremium wurde darüber informiert und gebeten, Stellung zu nehmen. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger kündigte an, das Thema bei der nächsten Sitzung des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes auf den Tisch zu bringen.

In einem ersten Schritt soll per Änderung des entsprechenden Bebauungsplans die Verkaufsfläche erhöht und zudem 'zusätzliche Randsortimente' mit bis zu 4000 Quadratmetern Fläche geschaffen werden, erläuterte Baureferatsleiter Ulrich Wagner.

Weil die Auswirkungen auch andere Kommunen beträfen, wurde unter anderem Memmingen beteiligt: Laut einer Analyse gehe es in Sachen Möbelsortiment im Einzugsgebiet der Stadt Memmingen um eine Kaufkraft in Höhe von rund drei Millionen Euro, die durch das Vorhaben abwandern könnte. Unterm Strich würden die Auswirkungen 'als im Wettbewerb spürbar, landesplanerisch aber nicht bedenklich' gesehen.

Ausbau soll noch weiter gehen

In einem zweiten Schritt seien weitere Fachmärkte für Sportartikel (3800 Quadratmeter Verkaufsfläche) und Textil (7700 Quadratmeter) vorgesehen. Dies hänge von einem bereits eingeleiteten Raumordnungsverfahren ab. Dabei prüfe die Regierung von Schwaben, welche Größe für das jeweilige Sortiment verträglich sei.

Die Reaktionen: 'Unsere Kaufkraft darf nicht noch mehr nach Kempten und Neu-Ulm gehen', klagte Herbert Müller (SPD). Über Memmingen hänge nun mal keine Käseglocke. Ins gleiche Horn stieß Gerhard Neukamm (CSU): 'Ich will nicht, dass unsere Kaufkraft weiter aufgeteilt wird.' Und Professor Dr. Josef Schwarz (CSU) forderte, mit dem Vorsitzenden des Regionalen Planungsverbandes ein Gespräch über das Thema zu führen.

Weiterer Widerstand: Kurt Baiker, Bürgermeister der Stadt Senden, will sich ebenfalls gegen die vorgelegten Pläne zur Wehr setzen: Solch eine Vergrößerung vernichte etwa 18 Prozent Kaufkraft und koste seiner Stadt gut 1000 Arbeitsplätze.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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