Kempten
Moderne Technik soll alte Steine das Sprechen lehren

Mystische Klänge hallen durch den Raum - und da sind sie plötzlich: Flammen. Überall lodert es, gierig frisst das Feuer an den Wänden. Doch es ist keine echte Brandkatastrophe, die sich da abspielt. Das Feuer - im Mittelalter wütete es tatsächlich auf dem St.-Mang-Platz - ist nur aus Licht und Ton. Es wird einmal Teil der Inszenierung sein im geplanten archäologischen Schauraum. In der Sitzung von Schul-, Kultur- und Bauausschuss wurde nun das Medienkonzept vorgestellt. 150000 Euro sind dafür veranschlagt. Das ganze Projekt soll 1,4 Millionen kosten.

Über drei Ebenen, so erklärte Professor Thomas Hundt vom beauftragten Medienbüro «Jangled Nerves» aus Stuttgart, sollen die Jahrhunderte alten Steine zum «Sprechen» gebracht werden: über Ton (Musik und ein Hörspiel zur Geschichte), Video (atmosphärische Bilder und Filmausschnitte) sowie Typografie (projizierte Inschriften und Erklärtexte). In einem Infotisch mit Computerbildschirm werden zudem einzelne Funde ausgestellt.

Einige Neuerungen zur bisherigen Planung trug Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann vor:

Gebeine: Ein Teil der geborgenen Skelette wird im Chorraum der einstigen Michaelskapelle bestattet. Durch zwei Löcher in der Wand können die Skelette besichtigt werden. Oben auf dem St.-Mang-Platz wird ein Gedenkstein angebracht.

Behinderte: Eine Treppenraupe soll behinderten Besuchern den Zugang erleichtern.

Michaelskapelle: Über ein schmales Metallband wird ihr Verlauf im Pflaster des St.-Mang-Platzes sichtbar gemacht.

Glasfläche/Boule-Spielfeld: Die zunächst geplante Glasfläche entfällt wegen der Gefahr der Algenbildung. Freuen können sich die Boulespieler, deren Platz nicht eingeschränkt werden soll: Der Abdruck der mittelalterlichen Schmalzwaage wurde ebenfalls gestrichen.

Gläserne Hinweistafel: Sie soll vor dem Treppenabgang über das Aussehen und die Ausdehnung der einstigen Doppelkapelle informieren.

Und was meinten die Stadträte? Von ihnen kam vor allem Lob. «Das gibt eine schöne Sache», sagte Elisabeth Brock (Frauenliste). Erna-Kathrein Groll (Grüne) fand das Konzept «spannend» und auch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer sah die Angelegenheit «auf einem sehr guten Weg». Professor Hundt, dessen Büro unter anderem das Medienkonzept fürs Porsche-Museum in Stuttgart erarbeitet hat, soll nun die Ideen in die Tat umsetzen.

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