Marktoberdorf
Moderne Heizung treibt Baukosten in die Höhe

Ursprünglich sollte die Mehrzweckhalle in Geisenried einmal 1,93 Millionen Euro kosten. Das war im vergangenen Jahr. Das Objekt wurde daraufhin mit geringerer Höhe geplant, die Kosten sanken auf knapp 1,5 Millionen. Nun soll die Stadt einschließlich Asphaltierung für den Zufahrtsweg aber doch 1,94 Millionen Euro aufbringen, erfuhr der Bauausschuss in seiner Sitzung. Einer der Gründe: Um die schärferen Grenzwerte der neuen Energieeinsparverordnung längerfristig einzuhalten, sei eine moderne Heizanlage nötig - und die habe ihren Preis.

Ingenieur Gerhard Müller vom Thalhofener HLS-Planungsbüro und Architekt Alexander Erhart vom Marktoberdorfer Ingenieurbüro IGS stellten dem Gremium ausführlich die Pläne vor. Danach sollen Halle und der angrenzende Kindergarten eine gemeinsame Heizanlage erhalten. Betrieben werden soll sie mit Holzpellets, unterstützend wirke eine Solaranlage.

Wesentlich weniger CO2

Die ursprüngliche Planung sei vom Betrieb mit einer herkömmlichen Ölheizung ausgegangen, erläuterten Müller und Erhart. Die belaste die Umwelt mit rund 49 Tonnen CO2 pro Jahr. Die Kombination aus Pellets und Solar komme da auf nur 2,2 Tonnen. Zudem, so Erhart, liege die Halle einschließlich der Anforderungen an Wärmedämmung deutlich unter 50 Prozent des geforderten Grenzwerts. Zwar hielten den auch die anderen Varianten ein. Bei einer Verschärfung der Bestimmungen müsse jedoch nachgerüstet werden.

Was auf die Stadt dann zukomme, machte Stadtbaumeister Peter Münsch am Beispiel der Hauptschule deutlich, die derzeit mit einem Millionenaufwand saniert wird. In Sachen Energieeinsparung bei Mehrzweckhalle und Kindergarten «könnte die Stadt Vorbild sein. Wir schaffen einen Standard, der für die nächsten 20 bis 30 Jahre reicht».

Um die Wärme in der Halle zu verteilen, ist an eine Schwingbodenheizung gedacht. Sie sei bei den Betriebskosten günstiger als eine Umluftlösung, erläuterte Müller.

Ob sich der Ausschuss für oder gegen eine Schwingbodenheizung entscheidet, steht auf einem anderen Blatt. Es sollte, so Bürgermeister Werner Himmer, erst einmal eine Grundsatzentscheidung über die Heiztechnik gefällt werden, um detaillierter planen zu können.

«Bin erschrocken»

Letztlich entschied sich der Ausschuss für die Pellets-Solar-Lösung. Nur Andreas Wachter (CSU) lehnte sie aus Kostengründen ab. Peter Grotz (Freie Wähler) stimmte zwar zu, ganz wohl sei ihm dennoch nicht. Es gehe günstiger, erklärte er, wollte sich aber im öffentlichen Teil der Sitzung dazu nicht äußern.

Bedenken äußerten noch mehr Mitglieder. Eduard Gapp (CSU) beispielsweise war «erschrocken» über die Kostensteigerung: «Wer weiß, ob das das Ende ist?» Und Carl Singer (FW) beklagte die nicht unerheblichen Kosten für den Ausbau des Zufahrtsweges: «Damals hieß es, das wird nicht so viel. Das hat die Standortfrage beeinflusst.»

Gericht muss noch entscheiden

Ausgestanden ist die ganze Angelegenheit ohnehin nicht. Denn noch hat das Verwaltungsgericht nicht über die von Anwohnern geführte Klage gegen den Standort entschieden.

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