Modeon vor teurer Sanierung

Marktoberdorf (rel). Die Besucher der Modeon-Gala am vergangenen Samstag hatten viel Freude im Modeon. Die Mitglieder des Bauausschusses dürften dagegen in ihrer Sitzung am Montagabend mit wenig Freude an den städtischen Kulturtempel gedacht haben: Dem sehr gut genutzten und weithin bekannten Veranstaltungshaus steht nämlich eine aufwändige und vor allem auch teure Sanierung ins Haus. Stadtarchitekt Peter Lederle rechnet mit netto 820 000 Euro, die in die unterschiedlichsten Bereiche des Gebäudes investiert werden müssen. Einige Arbeiten müssen schon sehr bald erledigt werden, um weitergehende Schäden zu verhindern.

'Der Zahn der Zeit hat am Modeon an verschiedenen Stellen genagt', führte Bürgermeister Werner Himmer in den Tagesordnungspunkt 'Vorinformation Sanierung Modeon' ein. Stadtarchitekt Peter Lederle machte die Dimension der nötigen Sanierung deutlich: 'Ein Großteil der Bauteile ist verschlissen'. Auch seien Anlagen und Geräte veraltet; für ihre Reparatur bekomme man keine Ersatzteile mehr. Immerhin werde das Modeon im nächsten Jahr 25 Jahre alt, sagte Lederle.

Bestimmte Bereiche gilt es 'schnellstmöglich' wieder in Ordnung zu bringen oder zu modernisieren, bei anderen hat man noch etwas Zeit. Lederle und Himmer könnten sich zwei, vielleicht auch mehr Bauabschnitte für den Sanierungsfall Modeon vorstellen.

Dabei wurde schon in der Vergangenheit immer wieder in das Haus investiert. Seit 1999 kamen so insgesamt über 300 000 Euro zusammen; größte Brocken waren die Dachabdichtung (150 000 ¤), die Heizung (75 000 ¤) und die Küche (50 000 ¤).

Nun stehen die nächsten Reparaturen an. In die Rubrik 'schnellstmögliche Sanierung' fallen laut Lederle die bislang nicht reparierten nord-östlichen Bereiche des riesigen Daches (190 000 Euro einschließlich neuer Wärmedämmung), die Fassaden im Norden (65 000 ¤) und der defekte Hubboden im Saal. Dieser wird durch zwölf - bereits einmal ausgetauschte - 'Stempel' bewegt. Deren Steuerung ist defekt, Ersatzteile gibt es nicht mehr.

Ferner muss die Metallstrebenkonstruktion des Daches wegen neuer Schneelast-Vorschriften verstärkt werden (31 000 ¤). Bislang reichte eine Belastbarkeit von 175 Kilo pro Quadratmeter, inzwischen verlangt der Gesetzgeber 234 Kilo. Zur Liste der dringenden Arbeiten gehört auch die Sanierung des Teichs und seines Ufers, wobei Lederle die marode Ziegelmauer an dessen Rand durch eine Sichtbetonmauer ersetzen will.

Größter Kostenpunkt wird der schrittweise Austausch der Lüftungsanlage sein. Hierfür hat Architekt Lederle 270 000 Euro veranschlagt. Die bisherige Lüftungstechnik sei veraltet. Dem Vorschlag aus dem Gremium, eine gemeinsame Wärmeversorgung mit der benachbarten Schule einzurichten, hielt er entgegen, das Modeon habe erst vor einigen Jahren eine neue Heizung erhalten.

Die radargesteuerte Spülanlage in den Toiletten ist veraltet und teilweise defekt. Zudem funktionieren Wasserhähne nicht mehr. Die Reparaturkosten im Sanitärbereich sind mit 23 000 Euro angegeben. Annähernd 40 000 Euro sollen eine neue Polsterung der Sitzgelegenheiten im Modeon-Restaurant und der Austausch des fleckigen Teppichbodens kosten. Darüber hinaus muss ein Teil der Scheinwerfer im Modeon-Saal ersetzt werden, auch ist der dortige Konzertflügel reparaturreif.

Schneelastgefahren vorbeugen

Ein besonderes Augenmerk schenkten die Ausschussmitglieder der Stahlstrebenkonstruktion des Daches. Schließlich brach im vergangenen Jahr in Bad Reichenhall das Dach der dortigen Eishalle unter der Last der Schneemassen zusammen, 15 Menschen starben dabei. Im Bauausschuss wurde nun gefordert, das Belastungslimit eher noch höher zu setzen, schließlich wisse man ja nicht, was die Zukunft bringe. Dazu meinte Lederle, ein Sicherheitspuffer sei bereits berücksichtigt.

Bürgermeister Himmer machte das Gremium darauf aufmerksam, dass es sich bei den Ausführungen von Peter Lederle um eine Vorinformation handle. Die Fraktionen sollen nun das Thema intern besprechen und sich überlegen, wie vorgegangen werden soll.

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