«Modeon ist Kult» - auch nach 25 Jahren

Marktoberdorf | sg | Der 25. November ist im Marktoberdorf Terminkalender ganz dick angestrichen: Denn an diesem Tag feiert ein Kind der Stadt Geburtstag, das nicht nur die Marktoberdorfer, sondern auch Menschen aus der ganzen Region kennen und schätzen gelernt haben: das Modeon. 25 Jahre wird es alt. Es hat gerade ein umfangreiches «Lifting» hinter sich, für das die Stadt 1,3 Millionen Euro ausgegeben hat. Technische Erneuerungen waren fällig. Durch die Neugestaltung der Außenanlagen hat das Haus aber auch ein frisches Gesicht bekommen. Dass es sich aber so jung wie eh und je präsentiert, liegt am regen Leben, das in ihm herrscht. «Modeon ist Kult(ur)» wirbt die Stadt mit ihrem Haus. «und das seit 25 Jahren».

Ob große Oper oder Sinfonieorchester, Kindertheater oder Landfrauentag, Kunstausstellung, internationale Chortreffen, Tanz-Galas, Fasnachtsabende oder Sportlergala: Das Modeon mit seinen 800 bis 1200 Sitzplätzen eignet sich für viele Zwecke. Von Anfang an war seine Akzeptanz groß. Und bis heute sind trotz einer veränderten Kulturlandschaft rundum die städtischen Kulturveranstaltungen das Herzstück des gebotenen Programms.

Das Modeon hat im Zusammenwirken mit der Musikakademie, die 1984 nach Marktoberdorf kam, Marktoberdorf zu dem gemacht, was sie heute ist: eine Kulturstadt. Dazu waren vorausschauende Köpfe notwendig.

Allen voran Altbürgermeister Franz Schmid, der Ende der 70er Jahre erkannte, dass das alte Stadttheater - es stand an der Stelle des Rathausanbaus - als Musentempel ausgedient hatte. Mit großem Willen setzte er Anfang der 80-er Jahre das neue Haus auf der grünen Wiese in Marktoberdorfs Norden durch. Es galt damals, größere Widerstände aus dem Stadtrat und aus der Bevölkerung zu überwinden.

Förderverein half auch finanziell

Ein Modeon-Förderverein wurde unter der Leitung von Franz Miller gegründet (aufgelöst im Jahr 2000). Er half auch finanziell. Nach einem Ideenwettbewerb stand fest, dass das neue Gebäude «Modeon» heißen sollte. Der Name setzt sich zusammen aus «Mod» für Marktoberdorf und «Odeon», der griechischen Bezeichnung für Theatergebäude.

Nach Architektenwettbewerb und Grundsatzbeschluss wurde im Frühjahr 1982 mit dem Bau begonnen. Bereits am 25. November 1983 wurde er von Franz Schmid im Beisein von prominenten Gästen wie dem Münchener Intendanten August Everding seiner Bestimmung übergeben. Den wegweisenden kulturellen Auftakt bildete eine glanzvolle Aufführung der Oper «Der Freischütz» von Carl Maria von Weber, dessen Mutter Genovefa Brenner gebürtige Marktoberdorferin gewesen war. Schnell wurde das Haus zum kulturellen Mittelpunkt der Kreisstadt Marktoberdorf und des gesamten Umlandes.

«Damals gab das Haus Marktoberdorf ein Alleinstellungsmerkmal in einem weiten Umfeld», sagt Rupert Filser, seit 1989 Kulturreferent der Stadt und gemeinsam mit dem Kulturausschuss für das städtische Modeon-Programm verantwortlich. Mit Bigbox in Kempten, Festspielhaus in Füssen oder dem Neuanfang im Kemptener Theater kam in den letzten Jahren einiges an Konkurrenz auf. In Marktoberdorf begegne man ihr mit hoher Qualität des Angebots, das mit Tourneebühnen und -orchestern bestritten wird. Die Stadt wolle - wie von Anfang an - ihrem Kulturauftrag gerecht werden. Aber die Anzahl der städtischen Veranstaltungen sei nach einer Hochphase in den 90-er Jahren zurückgegangen. Das liege auch an den Kosten. «Früher konnte man mehr machen», so Filser. Darüber hinaus ist das Haus bei vielen anderen Veranstaltern beliebt. An rund 200 Tagen im Jahr ist es gebucht (weitere Berichte folgen).

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