Modeon behauptet sich gegen Konkurrenz

Marktoberdorf Das Modeon in Marktoberdorf feiert 25-jähriges Bestehen. Am Dienstag, 25. November, begeht die große Fangemeinde das Jubiläum mit einem Festkonzert mit den Smetana-Philharmonikern Prag unter Leitung von Hans Richter. Gerlinde Schubert sprach mit Rupert Filser, seit 1989 Kulturamtsleiter der Stadt Marktoberdorf, über Anfänge und Entwicklungen des Modeon.

Herr Filser, was bedeutete vor 25 Jahren die Eröffnung des Veranstaltungshauses Modeon für die Kulturlandschaft im Allgäu?

Filser: Es war ein Glücksfall, dass das Modeon mit dem Ziel geschaffen wurde, ein kulturell hochstehendes Programm bieten zu können. Es gab damals dafür große Unterstützung in der Stadt, aber auch große Widerstände. Dennoch wurde das Modeon sehr schnell von der Bevölkerung in der Stadt und aus der Region angenommen. Es wurde größter Wert auf die Qualität der Ensembles und Orchester gelegt, und es herrschte vonseiten des Publikums große Neugier. Damals hatte Marktoberdorf mit dem Modeon ein Alleinstellungsmerkmal weit und breit.

Wie hat sich dies verändert?

Filser: Die Kulturlandschaft insgesamt hat sich stark verändert. Es sind mehrere Häuser entstanden, die mit dem Modeon in Konkurrenz treten, zum Beispiel die Big Box in Kempten, das Festspielhaus Füssen oder nun auch das neu strukturierte Stadttheater in Kempten. Auch das Publikum hat sich verändert und nicht zuletzt hat sich das Medienangebot vervielfacht.

Wie reagiert darauf die Stadt?

Filser: Wir setzen dem Qualität entgegen, was ja von Anfang an richtungsweisend war. Nicht umsonst wird das Modeon auch «Ostallgäuer Scala» genannt. Der hohe Anspruch des Publikums an die Qualität von Theater und Musiktheater besteht bis heute. Wir bieten zum Beispiel Ballett immer mit Orchester an. Man bekommt sofort Gegenwind, wenn einmal eine Veranstaltung nicht so passt.

Aber das ist Gott sei Dank selten. Wir können mit der entstandenen Konkurrenz leben.

Das lässt sich die Stadt ja einiges kosten

Filser: Ja, Kultur kostet nach wie vor viel Geld. Wir rechtfertigen diese Ausgaben, indem wir hohen Ansprüchen gerecht werden, wir richten uns weniger nach schnelllebigen Angeboten. Die in der Kommunalpolitik Verantwortlichen unterstützen dies bis heute.

Aber man muss doch mehr sparen?

Filser: Früher konnte man mehr machen. Es gab mehr städtische Veranstaltungen als heute und daher lag auch die Zuschauerzahl höher. Vor 25 Jahren gab es etwa 15 Veranstaltungen, später dann bis zu 25, heute sind wir wieder bei 15. Das spiegelt sich natürlich auch bei den Abo-Zahlen wider.

Allerdings werden dafür mehr Karten im freien Verkauf nachgefragt. Das Publikum entscheidet sich heute kurzfristiger.

Gibt es Neuerungen?

Filser: Wir haben in der Spielzeit 2008/09 das Abo-Angebot umstrukturiert. Es gibt jetzt nicht mehr verschiedene Ringe, sondern ein Grund-Abo mit freier Auswahl weiterer Veranstaltungen. Wir wollen, dass unser Publikum neugierig ist auf die Veranstaltungen - so wie es am Anfang neugierig war.

Das Modeon ist auch bei anderen Veranstaltern sehr beliebt

Filser: Ja, dies zeigt eine Belegung des Hauses von konstant über 200 Tagen im Jahr. Sie bringen zum Beispiel viel Kabarett ins Modeon. Wir können uns dann als Veranstalter auf anderes konzentrieren. Ziel bleibt, das Publikum gut zu unterhalten. Was wir noch stärken wollen, ist der Bereich Schauspiel. Aber das Haus eignet sich ja auch für vieles andere wie Messen, Tanz-Galas oder Tagungen. Die Stadt hat immer in das Haus investiert, es ist so stets zeitgemäß geblieben. Ein treues und eingespieltes Personalteam tut sein Übriges: «Ihr habt das schnellste Team in Europa», habe ich von so mancher Tournee-Bühne schon als Lob zu hören bekommen.

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