Kaufbeuren / München
Mobilitätsservice der Bahn hakt

Seit kurzem läuft das Pilotprojekt «Mobilitätsservice für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen» (wir berichteten). Nachdem das Projekt zunächst nur zögerlich zum Laufen kam, äußert nun Annelies Wittwer, Behindertenbeauftragte der Stadt Kaufbeuren, erste Kritik. So gebe es ein Wirrwarr bei der Bereitstellung von Hilfspersonal. Zudem sei die Zeit für die Anmeldung zu knapp.

Seit einiger Zeit stellt die Deutsche Bahn (DB) Einstiegshilfen zur Verfügung, mit denen Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern beim Einsteigen in die Züge geholfen wird. Ehrenamtliche Helfer stehen dafür in Kaufbeuren zur Verfügung, die im Vorfeld von Interessierten per Telefon bestellt werden können. Darüber schlossen die Stadt und die Bahn sogar einen Vertrag. Doch mit der Einrichtung der Mobilitätszentrale in Kempten habe sich nun einiges geändert, meint Wittwer. Denn kürzlich seien sowohl Ehrenamtliche als auch Mitarbeiter der Bahn am Kaufbeurer Bahnhof gestanden, um den Helferdienst zu verrichten. Den Ehrenamtlichen sei beschieden worden, dass «inzwischen Bahnmitarbeiter den Dienst übernommen hätten», so Wittwer. Sie moniert außerdem, dass die Vorbestellung der Hilfsdienste nur noch 24 Stunden und nicht mehr drei Tage zuvor möglich sein soll.

«Diese Zeit ist für den Einsatz von Ehrenamtlichen sehr kurz bemessen», kritisiert Witwer.

«Das war ein Missverständnis vor Ort», sagt Bianca Piechaczek von der Pressestelle der Deutschen Bahn. Selbstverständlich gelte nach wie vor der Vertrag mit der Stadt, wonach Ehrenamtliche den Hilfsdienst in Kaufbeuren verrichten. Aber mit dem Mobilitätsservice habe sich auch etwas verändert. Der Service hat seine Zentrale in Kempten und betreut alle großen Bahnhöfe im Allgäu.

Bei Bedarf fahren dessen Mitarbeiter im Zug zu den betreffenden Bahnhöfen und bedienen die Einstiegshilfen. Das könne auch in Kaufbeuren der Fall sein - allerdings nur dann, wenn kein ehrenamtlicher Helfer dort Zeit habe.

Die Regelung, wonach die Vorlaufzeit für die Bestellung von Einstiegshilfen von drei Tagen auf 24 Stunden gesenkt wurde, gebe es aber schon seit rund einem Jahr. «Das gibt es so auf Wunsch der Bewegungseingeschränkten, weil diese flexibler sein wollten», betont Piechaczek.

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