Nesselwang
Mobilfunk brennt unter den Nägeln

Das Thema Mobilfunk brennt den Nesselwangern unter den Nägeln: Als es nun im Marktgemeinderat um die umstrittene Erweiterung der Sendeanlage mitten im Ort um einen UMTS-Sender (wir berichteten) ging, kamen rund 70 Bürger. Da die Plätze im Sitzungsaal nicht ausreichten, zog man kurzerhand in den großen Saal des Pfarrheims um. Zu einer Einigung mit dem Vertreter von T-Mobile, Mario Jaritz, kam es dort jedoch nicht.

Schutz der Bevölkerung

Bürgermeister Franz Erhart betonte eingangs: «Auf der einen Seite muss die Kommunikation gewährleistet sein, auf der anderen Seite geht es um den Schutz der heimischen Bevölkerung.» Anlass für das Gespräch mit Mario Jaritz von T-Mobile war der Plan, die sich in der Ortsmitte befindliche Mobilfunksendeanlage um UMTS zu erweitern. Dies sei notwendig, weil die Kapazität der Sendeanlage aufgrund der stark erhöhten Nachfrage nicht mehr ausreiche, erläuterte Jaritz.

Das allerdings widerspricht den Interessen einer Vielzahl von Nesselwangern - sie fordern eine Verlegung des vorhandenen Mobilfunksenders außerhalb des Ortes. Deshalb hat die Bürgerwerkstatt Mobilfunk vorgeschlagen, die Sendeanlagen an die Mittelstation der Alpspitzbahn zu verlegen.

Auch das Mobilfunkgutachten des Zweckverbandes «Allgäuer Land» empfiehlt dies.

Dieser Standort sei für einen UMTS-Sender technisch problematisch, da er die Reichweite von maximal 1,2 Kilometern bis zum Ortskern deutlich überschreite, widersprach Jaritz. In diesem Fall würde sich automatisch die Sendeleistung erhöhen und somit die Strahlungsemissionen ansteigen. Überhaupt zog Jaritz die Aussagen in dem Mobilfunkgutachten in Zweifel. Der Gutachter verfüge nicht über alle notwendigen Informationen. Er musste aber auch zugeben, dass ihm nur ein Teil des Gutachtens bekannt ist. Spontan erklärte sich der Gemeinderat bereit, ihm eine Kopie des gesamten Gutachtens zur Verfügung zu stellen. Neben technischen Bedenken musste er auch einräumen, dass es wirtschaftliche Gründe gäbe, den Standort zu verlegen.

Die Frage, ob es die Entscheidung beeinflussen könnte, wenn sich die Gemeinde finanziell an der Standortverlegung beteilige, lehnte er zwar nicht rundweg ab, schränkte aber ein: «Solche Modelle gibt es, aber nur für neue Standorte.» Grundsätzlich erklärte sich Jaritz aber bereit, weiter mit Nesselwang im Gespräch zu bleiben - zumal der Bau der UMTS-Station erst für 2010 geplant sei.

Nicht zielführend

«Das Ergebnis des heutigen Gesprächs war zwar noch nicht zielführend, aber wir werden die Gespräche vor der Installation noch fortsetzen», fasste Bürgermeister Erhart die Ausführungen von Mario Jaritz zusammen. In diesem Zusammenhang appellierte er nochmals an die Nesselwanger, keine Standorte für Mobilfunksender auf Privatgrundstücken freizugeben.

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