Protestmarsch
Mitarbeiterinnen des Margaretha- und Josephinenstifts Kempten befürchten Lohnkürzungen

«Keinen Hungerlohn für einen Knochenjob» oder «Wir haben Angst um unsere Bewohner und um unsere Existenz» war gestern Nachmittag auf Transparenten von Mitarbeiterinnen des Margaretha- und Josephinenstifts in Kempten zu lesen. Auf Initiative der Gewerkschaft Verdi waren sie zu einem Schweigemarsch zusammen gekommen. Sie befürchten Lohnkürzungen, wenn die Stiftung Mitgesellschafter der Allgäu Pflege gGmbH werden sollte. Kontakte bestehen bereits: Seit Anfang April leitet Ulrich Gräf von der Allgäu Pflege gGmbH das Haus im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags.

<< Bleibt es beim gleichen Lohn oder nicht? Die Ungewissheit verunsichert, >> sagt eine Mittvierzigerin, die schon viele Jahre in der Wäscherei der Einrichtung arbeitet. Sie befürchtet eine Absenkung des bisherigen Tariflohns. << Ich bin alleinerziehend und brauche jeden Euro. >> Dabei verweist sie auch auf die bisherige Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst: << 150 bis 200 Euro Rente mehr sind für mich viel Geld. >> Die Pflegekräfte wiederum haben auch die Sorge, dass der Arbeitsdruck steigt und immer weniger Zeit bleibt, sich den Pflegebedürftigen zuzuwenden: << Wir müssen schon jetzt täglich umfangreiche Dokumentationen erstellen. >>

Die Gewerkschaft Verdi war von den Mitarbeiterinnen beauftragt worden, in Verhandlungen mit der Stiftung einzutreten, sagt Verdi-Sekretärin Jutta Aumüller: << Doch wir haben eine klare Absage bekommen. >> Das sei eine Kampfansage und berechtige zum sofortigen Streik. Doch darum geht es den Frauen nicht. << Wir wollen ein klärendes Gespräch, >> meint die Mitarbeiterin der Wäscherei.

Nach Ansicht von Gräf sei das nicht nötig. Auf Anfrage der AZ verweist er auf einen Brief, der allen Mitarbeitern zugegangen ist. Darin betont der Kuratoriumsvorsitzende der Margaretha- und Josephinenstiftung, Dr.Albert Lupp, dass die << Arbeitsverträge mit den vereinbarten Bedingungen übernommen werden müssen >>. Gräf: << Dem ist nichts hinzuzufügen. >>

Aumüller wiederum sagt: << Dann wird es ja wohl kein Problem sein, einen Nachtrag im Arbeitsvertrag zu formulieren, dass die Bedingungen bleiben, wie sie sind. >> (sir)

Mit meist selbst gestalteten Transparenten starteten gestern Nachmittag - auf Initiative der Gewerkschaft Verdi - rund 25 Mitarbeiterinnen des Margaretha- und Josephinenstifts zu einem Schweigemarsch durch Kempten. Foto: Hermann Ernst

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