Mit Stricknadel und Wollknäuel topaktuell

2Bilder

Kempten | rot | Weibliche Filmstars tun es, Top-Managerinnen tun es und unzählige modebewusste Frauen tun es sowieso: sie stricken. Warum das alte und wieder neu entdeckte Hobby mit Strick- und Häkelnadeln wieder in ist, darüber hat die AZ mit Kemptener Strickliesln geplaudert.

Schon mal Ringelsocken gestrickt? Auf diese Frage bekommt Christine Nimser prompt einen Lachanfall. Und dann zieht sie eine Kommodenschublade auf und zeigt hinein: gestrickte Fußwärmer in Kupfertönen und Füßlinge für Turnschuhe liegen neben Socken in glänzendem Seidenlook. 'Handgestrickte Socken sind das reinste Wellnessprogramm für den Fernsehabend', erklärt die Finanzbuchhalterin und hält ein ganz besonders kuscheliges Sockenpaar in die Höhe: Babysöckchen, die sie 'auf Vorrat' für ihr Enkelkind gestrickt hat, das im Sommer zur Welt kommen wird. Kalte Füße jedenfalls wird es nicht haben.

Da ist die Frage wohl überflüssig, ob die schicken Pullovermodelle, die sie selbst und ihre Töchter Geli und Michaela beim Interview tragen, ebenfalls selbst gefertigt sind. 'Ja klar', klingt es im Trio. Und dann erzählt Christine Nimser, dass sie schon als Schulmädle leidenschaftlich gern genadelt habe, 'zusammen mit meiner Mama abends unter der Küchenlampe'. Seither hat die Kemptenerin nie mehr mit ihrem woll-weichen Hobby aufgehört. Warum? Weil es ihrer Meinung nach ein 'wunderbarer Ausgleich' zum Berufsalltag ist.

Das kann ihre Handarbeits-'Kollegin' Lisa Gantner nur bestätigen. Sie hat allerdings mit dem Stricken nichts am Hut, sondern werkelt lieber mit der Häkelnadel und fabriziert damit modische Mützen. Ihren Nachwuchs, Neffen, Nichten und Freundinnen habe sie mit ihren Kreationen bereits beschenkt. 'Und weil die Kappen gut ankommen, denke ich mir immer neue Muster und Formen aus', erzählt die begeisterte Hutmacherin.

Entspannung und Vergnügen

Dass das Hobby mit Strick- und Häkelnadeln schon lange den Mief früherer Jahrzehnte abgelegt hat und zunehmend ein modebewusstes, kreatives Publikum begeistert, ist auch in den Kemptener Handarbeitsläden und Kaufhaus-Spezialabteilungen nicht zu übersehen. Und die Kundinnen, die dort unter einer Vielfalt von modischen Garnen und Wollsorten wählen können, erzählen gerne, dass nicht nur der Nutzen, sondern vielmehr die Entspannung und das Vergnügen die Antriebsfedern dieses Hobbys darstellen, wie es Christina Grob auf den Punkt bringt. Sie strickt seit ihrer Jugend und lässt sich dabei am liebsten von der Wolle selbst inspirieren. Ponchos, Trachtenjacken, Sessel-Auflagen und Patchwork-Pullis hat sie bereits angefertigt. 'Einmal kam ein Neffe extra aus München angereist, um sich von mir das Stricken zeigen zu lassen', erinnert sich die ehemalige Fahrlehrerin.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ