Kempten
Mit Nordspange Zeit, Kilometer und CO2 sparen

Mit 10,5 Millionen Euro sind die Kosten für den geplanten Bau einer Nordspange zwischen den Gewerbegebieten Stiftsbleiche und Ursulasried veranschlagt. Wie mehrfach berichtet soll die Brücke den Verkehr im Norden entlasten. Doch ist dieses Projekt auch wirtschaftlich?, fragte Stadtrat Thomas Hartmann (Grüne). Im Verkehrsausschuss gab es dazu von Verkehrsplaner Reiner Neumann (Modus Consult, Ulm) ein klares Ja.

2,3 beträgt der Kosten-/Nutzenfaktor der Nordspange. Was bedeutet das? Dieser Wert, betonte Neumann, spreche für eine baldige Realisierung des Projekts. Dabei erläuterte der Verkehrsplaner, dass die Errechnung dieses Faktors nach sehr strengen Regularien ablaufe, die die so genannten «Empfehlungen für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen» vorgeben. Berücksichtigt würden demnach in der Berechnung keine Faktoren wie etwa Betroffenheit der Bürger. Eingerechnet werde nur, was sich auch klar in Geldwerten ausdrücken lasse.

An Nettokosten für den Bau bedeutet das laut Neumann 7,8 Millionen Euro. Gegenübergestellt werde das den Kosten, die sich durch die Maßnahme verändern - beispielsweise geringere Unfall-, Abgas- oder Klimakosten. Im Falle der Nordspange, so Neumann, werde die Reisezeit deutlich reduziert.

Zudem könnten im Schnitt täglich 1000 gefahrene Kilometer eingespart werden. Das reduziere für die Nutzer der Spange auch die Treibstoffkosten und den CO2-Ausstoß.

«Ökologischer Faktor fehlt»

Michael Hofer (ÖDP) bemängelte jedoch, dass der ökologische Faktor in der Berechnung komplett fehle. Schließlich sei ein schwerer Eingriff in ein Naherholungsgebiet geplant. Zudem fehlten ihm die Kosten für die Bauherstellung, beispielsweise der Abgasausstoß der Lkw oder die Herstellung des «absoluten Klimakillers Zement». In dem Zusammenhang wies Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann darauf hin, dass es zwar einen Eingriff in die Illerauen geben werde, aber selbstverständlich Ausgleichsflächen ausgewiesen würden.

Thomas Hartmann wünschte sich, dass in der Zukunft zumindest versucht werde, «die Umweltfolgekosten mitzuberücksichtigen». Denn mittlerweile sei es Gang und Gäbe, dass ökologische Belange nicht beachtet würden.

«Der Punkt war doch, dass eine Entlastung stattfindet und die gibt es offensichtlich», betonte schließlich Josef Mayr (CSU). Zudem gebe es durchaus ökologische Aspekte wie den verminderten Kohlendioxid-Ausstoß durch die verringerte Kilometerzahl.

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