Buchloe
Mit «Nächstenliebe» zur Preisverleihung

Die Geschichte hatte Elisabeth Schwab bereits im Kopf. Sie musste sie nur noch aufs Blatt bringen. «Eine Stunde, vielleicht zwei», dann standen die Zeilen schwarz auf weiß, erzählt die Lindenbergerin. Heute wird die 20-Jährige für ihr Werk, mit dem sie an einem Schreibwettbewerb teilnahm, ausgezeichnet.

Mit «Nächstenliebe» setzte sich die Studentin in ihrer Altersklasse durch. «Das Thema war vorgegeben», erzählt Schwab. «Es sollte ein Gleichnis sein.» Die Kurzgeschichte passte dazu wie die Faust aufs Auge. «Nächstenliebe» handelt von einem kleinen verwahrlosten Jungen. Er weint, ihm geht es schlecht. Die Menschen in den Straßen der großen Stadt nehmen von ihm Notiz, aber keiner hilft ihm. Zuletzt ist es ein Mann, der sich dem Jungen annimmt. An seinen Händen hat er blutige Male. Schwab orientiert sich bei ihrem Gleichnis an der biblischen Geschichte vom barmherzigen Samariter. Kritisieren möchte die gläubige Christin damit die Oberflächlichkeit und die Mentalität des Wegsehens.

Insgesamt nahmen 500 Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Ausrichter ist der Fiktion und Fantasy-Verein. Für welchen Platz es für Schwab gereicht hat, erfährt sie erst bei der Preisverleihung in Milbertshofen. «Momentan weiß ich nur, dass ich unter den ersten Drei gelandet bin», sagt die 20-Jährige. Geschichten habe sie schon immer geliebt, erzählt die Studentin. Und hin und wieder landete einer ihre Gedankengänge auch auf dem Papier. Hinzu kam eine Begeisterung fürs Lesen. Eigentlich perfekte Voraussetzungen für eine literarische Karriere. «In der Grundschule sagte mir dann aber mein Lehrer, dass man als Schriftsteller meist nicht sonderlich gut verdient», erzählt Schwab mit einem Lachen. Ein Knackpunkt.

Die Leidenschaft blieb als Hobby dennoch erhalten. Mehrmals nahm die 20-Jährige bislang an Wettbewerben teil, für ihre Facharbeit im Leistungskurs Deutsch verfasst und vertonte sie gar ein eigenes Hörspiel. Am Ende stand jedoch der krasse Gegensatz: Ein Studium der molekularen Biotechnologie in Weihenstephan. Derzeit ist sie im vierten Semester.

Wenn Schwab schreibt, dann sind es Kurzgeschichten. Zu mehr fehle ihr das Durchhaltevermögen. «Längere Stücke verlaufen meist im Sand.» Trotzdem sei es ihr Traum, irgendwann ein Buch zu schreiben. (drs)

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