Memmingen / Unterallgäu
«Mit Mühe und Not alle Stellen besetzt»

Nach Schätzungen des Philologenverbands fehlen an bayerischen Gymnasien derzeit etwa 1500 Lehrkräfte. «Das sind im Schnitt zwei bis drei Lehrer an jeder Schule», sagt Vorsitzender Max Schmidt. Diese Schätzung trifft auch für die Memminger Gymnasien zu.

So sagt etwa der Leiter des Bernhard-Strigel-Gymnasiums, Werner Preising: «Ohne Aushilfskräfte in den naturwissenschaftlichen Fächern wäre ein Unterricht ohne Stundenkürzungen nicht möglich.» Grundsätzlich sei die Lehrerversorgung in diesem Jahr aber zufriedenstellend. «Es gibt keine Unterrichtsausfälle», betont der Direktor. «Wir konnten drei Lehrer, die in den Ruhestand verabschiedet wurden, durch drei neue Lehrkräfte ersetzen.» Auch Arbeitsgemeinschaften und Förderunterricht könnten angeboten werden.

Dieses Angebot sei auch am Memminger Vöhlin-Gymnasium nicht gefährdet, ergänzt Schulleiter Burkhard Arnold. Dank der Aushilfskräfte habe das Vöhlin keinen Lehrermangel. Ohne diese Fachkräfte würden aber zwei Vollzeitlehrer fehlen. «Und in Musik mussten in diesem Jahr einzelne Stunden gekürzt werden, weil kein Lehrer gefunden wurde», fügt Arnold hinzu.

«Der Nachwuchs fehlt»

Auch am Marianum in Buxheim wurde der Wahlunterricht wegen des achtjährigen Gymnasiums (G8) und eines knapperen Lehrerbestands zurückgefahren. «Mit Mühe und Not haben wir es in diesem Jahr geschafft, alle Stellen zu besetzen», sagt Schulleiter Michael Heinrich. Weniger Neuanmeldungen kamen dem Gymnasium nach dessen Worten dabei zugute. «Quereinsteiger, also studierte Fachkräfte, helfen jetzt dabei, dass kein Unterricht ausfallen muss.» Denn die Zahl der Lehrer-Bewerbungen halte sich noch immer in Grenzen. «Der Nachwuchs fehlt», betont der Direktor. Die Gründe hierfür seien vielschichtig: «Der Lehrerberuf ist anstrengend und man wird gefordert.

» Auch der Versuch, die Klassengrößen herunterzufahren, konnte bislang nicht realisiert werden, weil die Lehrer fehlten.

Am Gymnasium in Ottobeuren herrscht hingegen bislang kein Lehrermangel: «Ich habe alles, was ich brauche», so Schulleiter Dr. Otto Schmid. Alle Lehrerstellen seien besetzt. Sogar Krankheitsvertretungen festgelegt. «Für die Naturwissenschaften, Latein und Kunst war es aber schwierig, Lehrkräfte zu finden», gibt Schmid zu. Aushilfskräfte benötige er meist für Krankheitsvertretungen.

Ausfälle bei Krankheitsfällen plagen auch Preising. «Derzeit können wir unseren Unterricht abdecken, aber wenn jemand krankheitsbedingt ausfällt, wird es eng.

» Für bestimmte Fächer gebe es dann zwar eine so genannte mobile Reserve, bei anderen Fächern müsste der Unterricht aber ausfallen.

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