«Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben»

Von Ulrich Weigel
| Sonthofen «Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben.» Für Fritz Kuhn, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, sind Klimaschutz und Ökonomie kein Widerspruch. Und man versuche, auch soziale Fragen zu berücksichtigen, damit es in Sachen Energie keine Spaltung gibt, betonte er in Sonthofen. Dort sprach er zum Thema «Bayern braucht den Wechsel» und diskutierte mit Bürgern.

Kuhn ist klar: Energiethemen sind längst eine soziale Frage. Gerade Geringverdiener kämpfen mit steigenden Strom- und Heizkosten, haben aber kein Geld für eine sparsamere Gefriertruhe oder anderen technischen Fortschritt. Und es sind die Menschen, die im ländlichen Raum auf ihr (altes) Auto angewiesen sind, sich aber keinen neuen sparsameren Wagen leisten können.

Energieschecks als Investitionszuschuss könnten helfen, so der in Memmingen aufgewachsene Fraktionschef. Die CSU-Idee, etwa den Strompreis zu subventionieren, sei der falsche Weg und nur Einladung an die Multis, Preise weiter zu erhöhen. Eine klare Absage erteilte das Grünen-Gründungsmitglied der Atomenergie: Uran sei ein endlicher, teurer Rohstoff. Die Atomkraft halte den Klimawandel nicht auf, schaffe nur neue Gefahren.

«Atomwirtschaft ohne Endlager, das ist, wie mit einem Flugzeug ohne Landebahn loszufliegen.»

Auf den Hinweis einer Zuhörerin, junge Menschen wüssten heute kaum mehr um die Gefahren der Atomkraft, sicherte Kuhn zu, dass das neu thematisiert werde. Und in bester Grünen-Manier weiter: «Wenn es um den Ausstieg vom Atomausstieg geht, sehen Sie unsere Partei beim Demonstrieren auf dem Acker wieder.»

Um die Ziele der CO2-Einsparung zu schaffen, forderte Kuhn auch eine Verkehrspolitik, die zu verbrauchsärmeren Autos führt und klare Grenzwerte. Weitere Schritte: Steuerfreiheit für energiesparende Autos, mehr öffentlicher Nahverkehr und Tempolimit. Die Entwicklung sparsamer Autos sei auch fürs Überleben der exportorientierten Automobilwirtschaft wichtig.

So wie für Kuhn die Ökologie ohnehin Jobbringer ist: etwa im Handwerk bei Altbau-Sanierungen.

Um die Zukunft zu meistern, forderte Kuhn ein reformiertes Bildungssystem und mehr Ausgaben dafür. Ihm machen nicht Stundenlöhne in China Sorgen, sondern dass dort jährlich 150000 Ingenieure auf Top-Niveau ausgebildet würden, während in Deutschland Ingenieure und gute Facharbeiter fehlten.

In der anschließenden Diskussion sprachen sich Landtagsabgeordneter Adi Sprinkart und Kandidat Thomas Gehring dafür aus, auch im südlichen Oberallgäu Windkraftanlagen zuzulassen. Umwelt und Bildung seien für die Entwicklung Deutschlands zukunftsweisend.

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