Mit Feuer und Hammer im Klassenzimmer

Im Idealfall sitzen die Schüler in Reih und Glied im Klassenzimmer, hören dem Lehrer zu und es ist ruhig. Nicht so in der Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz. Da gehört der Lärm einfach dazu.

Den Traum von einem kreativen Handwerksberuf leben dort 114 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 22 Jahre. Wer hier seine Ausbildung absolviert, ist entweder Glas- und Porzellanmaler, Goldschmied, Graveur oder Silberschmied.

Noch vor Beginn der Ausbildung müssen sich die Schüler entscheiden, welchen dieser Berufe sie erlernen möchten. 'Wir sehen die Berufe gleichwertig aber von Schüler Interesse her ist es so, dass Goldschmied am häufigsten nachgefragt wird', sagt Schuldirektor Gottfried Göppel.

Handwerk und Theorie

Bei aller Kreativität kommen die Schüler aber auch hier nicht um theoretischen Unterricht herum. Neben Deutsch und Sozialkunde gibt es auch fachbezogenen Unterricht: 'Um die praktische Arbeit später gut ausführen zu können, sind natürlich auch Theorie-Fächer wie Kunstgeschichte oder Fachrechnen nötig', weiß Katharina Grötzner. Sie ist hier Fachlehrerin für die Fächer Schriftmeißeln und Goldschmiede und kümmert sich um die Schüler im 1. Ausbildungsjahr.

Gold zum Üben

Lernen bedeutet Fehler machen. Aber kann sich die Schule bei solch teurem Arbeitsmaterial wie Silber und Gold überhaupt Fehler leisten? 'Natürlich sollen die Schüler ziemlich bald mit dem Material umgehen', sagt Katharina Grötzner. Am Anfang der Ausbildung müssen alle Schüler ihr Arbeitsmaterial erst einmal kennen lernen.

Vor allem die Goldschmiede. Die müssen sich gedulden bis sie das 2. Lehrjahr erreicht haben, um mit dem wertvollen Element arbeiten dürfen.

In diesen 'Klassenzimmern' wird laut gehämmert und über offenem Feuer Gold und Silber geschmolzen. Hier sieht der Idealfall eben anders aus - da gehört der Lärm dazu. Und nur so entsteht ein ganz besonderer und im Allgäu einzigartiger Unterricht.

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